Crusoe meldete am 6. November 2026, Google habe den Standort seines geplanten Rechenzentrumscampus im Südosten Wyomings erworben. Zugleich erklärte Crusoe seine Vorentwicklungsarbeit für abgeschlossen. Google hatte das Rechenzentrum am Vortag als langfristige Investition von 17 Milliarden US-Dollar angekündigt. Crusoes Mitteilung und Googles Ankündigung beschreiben damit den Standorttransfer und ein geplantes Projekt.
Die Kapazitätswerte sind nur zusammen mit ihrer jeweiligen Rolle verständlich: Sie betreffen Erzeugung, Netzdienst, verwaltete Drittressourcen oder Reserven.
Was Crusoes Mitteilung über den Projektstand sagt
Crusoes Vorentwicklungsarbeit umfasste laut Unternehmen die Standortsuche, behördliche Genehmigungen und die Planung der Energieversorgung. Der von WyoFile berichtete Standort liegt nahe der Terry Ranch Road im Laramie County.
Google bezeichnete das Vorhaben am 5. November als sein erstes Rechenzentrum in Wyoming und kündigte eine langfristige Investition von 17 Milliarden US-Dollar an. Die Summe ist Teil der Unternehmensankündigung; sie beschreibt keine bereits abgeschlossenen Ausgaben.
Wer die geplante Stromversorgung übernimmt
Google plant als ersten Baustein eine 702-MW-Brennstoffzellenanlage mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS). Sie soll Erdgas in Strom umwandeln und ist laut Google mit American Electric Power (AEP) vereinbart. Bloom Energy soll die Brennstoffzellen in den USA herstellen. Eine große Mehrheit der CO₂-Emissionen soll dauerhaft unterirdisch im nahe gelegenen Eastern Wyoming Sequestration Hub von Tallgrass Energy gespeichert werden. Das sind Bestandteile des angekündigten Konzepts.
Google nennt außerdem Strom aus Gaskraftwerken, die Tallgrass Energy und Black Hills Energy betreiben. Eine technische Vorplanung soll prüfen, ob sich Tallgrass’ GuD-Anlagen, also Gas-und-Dampf-Kraftwerke, mit CCS ausstatten lassen.
Black Hills Corp. beschreibt in ihren am 6. Oktober veröffentlichten Vereinbarungen weitere, davon zu unterscheidende Versorgungsbausteine:
- 564 MW bezeichnet die geplante Nennleistung neuer, unternehmenseigener Erdgas-Erzeugung am bestehenden Standort Cheyenne Prairie.
- Bis zu 590 MW umfasst den geplanten netzgebundenen Energiedienst. Darin stecken die 564 MW Erzeugung sowie weitere 26 MW aus Marktkäufen und regulärer Versorgung.
- Rund 2,1 GW sind vertraglich gebundene Ressourcen Dritter aus Wyoming, deren Leistung Black Hills über ein privat betriebenes Mikronetz koordinieren soll.
- 2,7 GW bezeichnet den gesamten geplanten Ressourcenmix einschließlich Leistungsreserven.
Black Hills plant, zwischen 2027 und 2029 insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar in die neue Erzeugung zu investieren. Der Energiedienst soll Ende 2027 beginnen und bis zur erwarteten Spitzenlast 2030 hochgefahren werden. Die Vereinbarungen laufen bis 2048.
Welche Schutzmechanismen Black Hills für Stromkunden nennt
Black Hills zufolge enthalten die Vereinbarungen Mechanismen zur Weitergabe projektbedingter Kosten sowie Regelungen zur vollständigen Erstattung der Investitionen in die Erzeugungsanlagen über die Vertragslaufzeit. Hinzu kommen Schutzklauseln für eine vorzeitige Vertragsbeendigung und Anforderungen an Sicherheiten. Black Hills beschreibt diese Vertragsstruktur als Schutz bestehender Kunden vor einer Verlagerung der Projektkosten auf sie.
Google sagt, das Unternehmen werde den gesamten Stromverbrauch des Rechenzentrums und die durch sein Wachstum unmittelbar nötige Infrastruktur bezahlen. Das sind angekündigte Zusagen. Black Hills’ Vertragsbedingungen regeln, wie Kosten im Rahmen der Vereinbarungen behandelt werden.
Kühlung, CO₂-Speicherung und Beteiligung vor Ort
Google plant eine Luftkühlung, um die örtlichen Wasserressourcen zu schonen, und kündigte Investitionen in lokale Maßnahmen zur Wasserauffüllung an. Das Unternehmen machte in seiner Ankündigung keine konkrete Verbrauchsmenge zum Kühlwasser.
Google zufolge traf sich das Unternehmen bei einer Veranstaltung in Cheyenne mit mehr als 200 Bewohnern des Laramie County. Google und seine Projektpartner richten außerdem einen Community Council ein, der Lösungen für die Auswirkungen des Rechenzentrumswachstums in Cheyenne entwickeln soll. Google erwartet für Laramie County und School District 1 Hunderte Millionen US-Dollar an Grundsteuern. Diese Summe ist eine Unternehmensprognose.