Nur elf Tage sind vergangen, seit die Nintendo Switch auf den Markt kam. Im Allgemeinen können wir von einem erfolgreichen Start sprechen, aber wie bei jedem Produkt der ersten Generation taucht immer die eine oder andere scharfe Kante auf. Diesmal betrifft es die Software. Technisch gesehen verfügt die Nintendo Switch über keinen Browser, aber sie besitzt ein Modul, das sich wie ein solcher verhält, um den Zugang zu bestimmten WLAN-Netzwerken zu ermöglichen. Das Problem? Dieses Modul basiert auf einer sehr alten Version von WebKit – und alles, was die Hacker brauchten, war die Wiederverwendung eines alten iOS-Exploits.
Das Hacken von Konsolen ist unvermeidlich. Früher oder später beginnen Enthusiasten der Hardware und Software, deren Designs bis ins letzte Detail zu studieren, und machen Dinge, an die die Hersteller niemals gedacht hätten. Natürlich wird jede Idee von Hacking, Modding, Emulation und alternativem Code offiziell abgelehnt, aber alle Beschwerden verhallen ungehört. Am Ende des Tages macht der Besitzer der Konsole was er will – und wenn das bedeutet, Linux auszuführen, einen Emulator zu installieren oder die Festplatte durch eine SSD zu ersetzen, obwohl das theoretisch unmöglich ist, dann wird das eben gemacht. Die kürzliche Veröffentlichung der Switch hat die neue Plattform von Nintendo zu einem verlockenden Ziel gemacht, und mit dem Beginn der Woche ist bereits die erste Sicherheitslücke aufgetaucht.
Die Schwachstelle im WebKit
Nun müssen wir den Begriff „Sicherheitslücke“ betonen. Es handelt sich nicht um eine benutzerdefinierte Firmware oder etwas, das das Ausführen von Cartridge-Dumps ermöglicht (noch nicht). Einfach ausgedrückt ist der Online-Modus der Nintendo Switch ein Work in Progress, und es ist zu erwarten, dass sich die Dinge mit jedem neuen Update verbessern. Nintendo hat mehrfach angekündigt, dass die Switch keinen herkömmlichen Browser haben wird, aber es stimmt, dass ein integrierter Browser existiert, der auf WebKit basiert. Dieser Browser wird aktiviert, wenn der Benutzer die Konsole mit einem WLAN verbindet, das eine Authentifizierung oder manuelle Bestätigung erfordert (z. B. über ein Captive Portal). Das Problem ist, dass dieser Browser eine sehr alte Version von WebKit verwendet, die einen Speicherfehler enthält, CVE-2016-4657. Der Fehler diente als Ausgangspunkt für den Jailbreak von iOS 9.3 und stammt aus dem August des letzten Jahres.
Ausblick
Die große Frage ist, woran Nintendo gedacht hat, als es beschloss, eine Version von WebKit zu implementieren, die über sechs Monate alt und voller Löcher ist. Der nächste Schritt wird offensichtlich ein Update sein, aber bis dahin werden die Hacker nach zusätzlichen Schwachstellen suchen, die zu einer Privilegienausweitung führen.