Wir haben jahrzehntelang Daten auf Magnetband gespeichert und tun es in bestimmten Umgebungen immer noch. Doch abgesehen von den enormen technischen Fortschritten ist es einem Computer eigentlich egal, auf welchem Medium die Daten liegen – entscheidend ist, dass die „Einsen und Nullen“ stabil und fehlerfrei gelesen werden können. Der Enthusiast Jozef Bogin hat ein hervorragendes Beispiel geteilt, als er die Kassettenschnittstelle eines alten IBM 5150 nutzte, um einen modifizierten FreeDOS-Kernel zu laden … von einer Vinylschallplatte.

DOS von einer Vinylschallplatte starten
Vinylschallplatte

Die Audiokassette war langsam, aber günstig, und war für viele Jahre das einzig praktikable Speichermedium für Heimcomputer. Tatsächlich warteten die Nutzer sehnsüchtig auf bestimmte Radiosendungen, die Spiele und Programme live übertrugen, und alles, was man auf der anderen Seite brauchte, war ein Rekorder. Einige Computer der damaligen Zeit hatten ein eingebautes Datasette-Gerät (oder ein Äquivalent), während andere eine Schnittstelle zum Anschluss verschiedener Geräte boten. Der IBM 5150, besser bekannt als „IBM PC“, war einer von ihnen.

Heute ist die Kassettenschnittstelle des IBM 5150 nichts weiter als ein Relikt aus alten Zeiten (IBM entfernte sie im folgenden Modell), aber mit ein wenig Code und viel Kreativität kann jeder damit experimentieren. Der Ingenieur Jozef Bogin ist eine Art Experte auf diesem Gebiet, und wenn wir seinen YouTube-Kanal erkunden entdecken wir Projekte, bei denen der IBM 5150 von einer Bandspule und einem herkömmlichen Audiogerät gestartet wird. Was kommt als Nächstes? Nichts Geringeres als eine Vinylschallplatte.

Anmerkung der Redaktion: Wenn du Kopfhörer benutzt, solltest du unbedingt die Lautstärke herunterdrehen.

DOS ... auf Vinyl

Jozef erklärt auf seiner persönlichen Seite, dass die Platte eine spezielle Version des FreeDOS-Kernels enthält, eine Micro-Variante des COMMAND.COM (miniCOMMAND 7.10) und eine modifizierte Kopie von Microsoft Interlink zur Übertragung von Dateien über die parallele Schnittstelle. Das alles belegt insgesamt 64 Kilobyte, was 6 Minuten und 10 Sekunden Wiedergabe auf einer Platte mit 45 U/min entspricht. Jozef hat dafür eigene Software entwickelt: Sein Programm 5150CAXX ermöglicht den Zugriff auf die Kassettenschnittstelle von DOS aus (in der ursprünglichen Konfiguration funktionierte es nur mit BASIC), und das Betriebssystem-Image wurde in eine WAV-Datei konvertiert, die schließlich auf die Vinylplatte „geschnitten“ wurde. Der Bootloader stammt ebenfalls von ihm.

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Wärst du bereit, mehr als sechs Minuten zu warten, bis ein Betriebssystem vollständig geladen ist? In den frühen 80ern konnten die Verzögerungen bei einigen Spielen viel länger sein, und wir hatten auch keine wirkliche Alternative. Zu Jozefs Experiment können wir nur sagen: Es ist seltsam, es ist absurd, und wir lieben es.

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