Jedes Mal, wenn ich einen Elektronikmarkt besuche und die neuesten Smart-TV-Modelle sehe, bin ich entsetzt über die Menge an Bloatware, die vorinstalliert ist. Der Software-Ingenieur Carl Riis teilt dieses Gefühl, aber anstatt das Konzept des Smart TVs ganz aufzugeben, hat er das Projekt EarlGreyTV ins Leben gerufen, eine alternative Oberfläche auf Basis von Linux und Firefox, mit direkten Links zu den wichtigsten Streaming-Diensten.
Wir müssen es zugeben: Smart-TVs sind dumm geworden. Wie viele Apps können auf einem Gerät installiert sein? Wie viel Telemetrie braucht der Hersteller? Die Situation ist so extrem, dass viele Nutzer es vorziehen, ihre Geräte nicht mit dem Internet zu verbinden. Das opfert zwar einen Teil der Funktionen, erlaubt aber, dem Wahnsinn von Updates, Pop-ups und Nutzungsbedingungen mit schrecklichen Klauseln zu entkommen. Mit anderen Worten: Das Konzept des Smart TVs funktioniert nur, solange man die Kontrolle nicht verliert, und so kommen wir zum Projekt EarlGreyTV des Software-Ingenieurs Carl Riis.
EarlGreyTV, eine freie und alternative Umgebung für jeden Smart-TV
Die Geschichte hinter dem Projekt beginnt mit einem 55-Zoll-Samsung-Smart-TV, der an einem Black Friday gekauft wurde. Das Gerät nutzt Tizen OS, aber Carl hat beschlossen, den Einfluss des Betriebssystems auf ein Minimum zu reduzieren und einen Laptop auf der Rückseite anzuschließen. Aus einer gewissen Perspektive könnte man sagen, dass diese Hardware die Rolle eines HTPC oder einer Set-Top-Box übernimmt, aber es gibt weitere Details. Der Laptop hat eine beschädigte Tastatur (Carl hat eine Tasse Earl-Grey-Tee verschüttet), und um ihn einzuschalten, muss er einen Kurzschluss zwischen zwei Pins herstellen. Auf der Softwareseite finden wir eine Kombination aus Debian Linux mit Sway und Firefox als Browser. Die „Oberfläche“ von EarlGreyTV ist nichts anderes als maximiertes Firefox, und die Icons sind Links zu Webdiensten.
Es gibt jedoch zwei wesentliche Geräte, die wir erwähnen müssen. Das erste ist eine Air Mouse oder Luftmaus, die auf der Rückseite eine Tastatur hat (der Durchschnittspreis liegt bei etwa 20 Euro auf Amazon). Das zweite ist ein USB-Adapter mit HDMI-CEC-Funktionen. Dieser Adapter erweitert die Funktionen einer HDMI-Verbindung, und Carl verwendet ihn, um den Fernseher auszuschalten, wenn der Laptop in den Ruhezustand wechselt, und ihn automatisch einzuschalten, wenn er aufwacht.
Um ehrlich zu sein: Carl gibt zu, dass EarlGreyTV kompliziert ist und viel Debugging erfordert... aber die herkömmlichen Smart-TVs erreichen ein absurdes Niveau der Lächerlichkeit. Wir brauchen (und verdienen) etwas Besseres.
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