Die Idee, Daten als DNA zu speichern ist nicht gerade neu. Mehrere Wissenschaftler arbeiten seit Jahren daran, und wir haben sogar schon einige künstlerische Ausdrucksformen dazu gefunden. Doch zwei Forscher der Columbia University und des New York Genome Center konnten ein Betriebssystem, einen Film und sogar eine Geschenkkarte fehlerfrei speichern und wiederherstellen, was ihre Funktionsweise in beide Richtungen bestätigt.
Mein Computer hat eine SSD und zwei Festplatten, während mein Laptop eine alte 60-Gigabyte-Festplatte aus einer PS3 besitzt, die jeden Moment explodieren könnte wie ein Feuerwerkskörper. Das ist die Realität von Speichermedien: Sie enthalten fast unser gesamtes digitales Leben, aber wir können ihnen nicht vollständig vertrauen. Nur eine strikte Politik aus Backups, Redundanz und Ersatz kann unsere Daten sicher halten, aber es wäre nicht schlecht, eine Möglichkeit zur Speicherung von Bits zu nutzen, die viel dichter, robuster und stabiler ist. Diese Parameter zwingen uns, den Computerbereich zu verlassen und in das Feld der Genetik einzutreten.
Die neuesten Nachrichten kommen von Yaniv Erlich und Dina Zielinski von der Columbia University und dem New York Genome Center. Dieses Team konnte sechs Dateien in DNA speichern und fehlerfrei wiederherstellen: ein Betriebssystem, ein Computervirus, eine Amazon-Geschenkkarte, eine der Pioneer-Plaketten, eine 1948 von Claude Shannon veröffentlichte Studie und den französischen Stummfilm «Llegada del tren a la estación de La Ciotat». Die Daten wurden in 72.000 DNA-Strängen gespeichert, jeder mit einer Länge von 200 Basen. Mit anderen Worten, sie wandelten Bits in Nukleotide um, die dann synthetisiert und in ein Reagenzglas gegeben wurden. Zwei Wochen später wurden die Moleküle sequenziert und wieder in Binärcode umgewandelt.
Neben der fehlerfreien Wiederherstellung der Daten geben die Forscher an, dass es möglich sei, mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion eine große Anzahl fehlerfreier Kopien zu erstellen. Wer noch Zweifel an der Kapazität der DNA hat, sollte wissen, dass wir in nur einem Gramm Material bis zu 215 Petabyte speichern könnten. Andererseits geben die Wissenschaftler zu, dass die Technologie mehr als ein Jahrzehnt brauchen wird, um in einem praktikablen Format zur Öffentlichkeit zu gelangen.