In einem Bericht vom 30. Oktober 2026 teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit, dass Sophie Adenot nach ihrer 237-tägigen Mission drei MRT-Sitzungen absolviert hatte. Die Untersuchungen fanden innerhalb der ersten zwei Wochen nach ihrer Rückkehr im DLR-Zentrum :envihab in Köln statt, berichtete die ESA. Brain-DTI untersucht, wie sich das Gehirn an die Schwerelosigkeit anpasst und sich nach dem Raumflug wieder umstellt.

Drei MRT-Sitzungen nach dem Raumflug

Eine Person liegt auf dem Tisch eines MRT-Geräts; zwei Mitarbeitende stehen daneben.

Die drei Sitzungen fanden in der DLR-Einrichtung :envihab neben dem Europäischen Astronautenzentrum in Köln statt. Für Crew-12 war Adenot 237 Tage im All. Unser Bericht über die Rückkehr von Crew-12 ordnet die Mission ein.

ESA zufolge ist eine weitere Untersuchung sechs Monate nach Adenots Rückkehr geplant. Die zusätzlichen Messzeitpunkte sollen helfen, den Verlauf der neurologischen Anpassung nach der Landung zu untersuchen.

Drei Verfahren untersuchen unterschiedliche Hirnmerkmale

Frontale Gehirnaufnahme in leuchtenden Falschfarben vor schwarzem Hintergrund.

Brain-DTI kombiniert drei MRT-Ansätze. Sie erfassen verschiedene Aspekte des Gehirns und ergänzen sich so bei der Untersuchung der Anpassung an die Mikrogravitation.

BildgebungsverfahrenWas untersucht wird
Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI)Verfolgt die Bewegung von Wasser im Hirngewebe, um Nervenbahnen abzubilden und Veränderungen der weißen Substanz zu untersuchen.
Funktionelle MRT im Ruhezustand (rs-fMRI)Nutzt das blutsauerstoffabhängige BOLD-Signal, um die Kommunikation zwischen Hirnregionen zu untersuchen.
Anatomische MRT-SequenzenErfassen die Lage des Gehirns im Schädel, Veränderungen der Hirnventrikel und die Verteilung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit.

Die Forschenden vergleichen Aufnahmen vor und nach dem Raumflug mit den Erlebnissen und Symptomen der Astronautinnen und Astronauten. So wollen sie biologische Hinweise auf Neuroplastizität finden, also darauf, wie sich das Nervensystem an veränderte Bedingungen anpasst. Die wiederholten Messungen nach der Rückkehr helfen dabei, unterschiedliche Verläufe der erneuten Anpassung zu untersuchen.

Zu den weiteren Forschungsfragen gehört das Spaceflight Associated Neuro-ocular Syndrome (SANS). Brain-DTI untersucht mögliche Zusammenhänge zwischen der Umverteilung von Flüssigkeit im Körper während des Raumflugs und Veränderungen am Auge.

Mögliche Bedeutung über die Raumfahrt hinaus

ESA zufolge sammelt Brain-DTI seit 2013 Gehirnaufnahmen. Der Studienleiter Floris Wuyts von der Universität Antwerpen schätzt die Zahl der erfassten Astronautinnen, Astronauten und Kosmonauten auf rund 50. ESA berichtet außerdem, dass die gesamte Crew-12 und die gesamte Expedition 75 an dem Experiment teilnahmen.

Auch für die Medizin auf der Erde könnten die Erkenntnisse relevant werden. Axiom Space beschreibt Brain-DTI als laufendes, von der ESA unterstütztes Forschungsprojekt und nennt als mögliche Anwendung Biomarker der sensomotorischen Anpassung, die künftig Behandlungen nach Verletzungen oder Schlaganfällen unterstützen könnten.