Die European Space Agency (ESA) plant für Galileo G2 insgesamt 16 Satelliten. Das sind vier mehr als im ursprünglichen Auftrag über 12 Satelliten. Über die zusätzlichen Aufträge wurde am 27. Oktober 2026 berichtet; laut ESA soll die Erweiterung die langfristige Kontinuität und Widerstandsfähigkeit der europäischen Satellitennavigation unterstützen.

Von 12 auf 16 Satelliten

Die ESA hatte für die Entwicklung und den Bau der ersten zwölf Galileo-G2-Satelliten Verträge über insgesamt 1,47 Milliarden Euro geschlossen. Diese Summe gehört zum ursprünglichen Auftrag. Für die vier später hinzugekommenen Satelliten ist sie kein ausgewiesener Auftragswert.

Die Aufteilung der vier zusätzlichen Satelliten auf zwei Auftragnehmer meldete Gizmodo: Zwei sollen von Airbus Defence and Space und zwei von Thales Alenia Space kommen. Die ESA bezifferte den geplanten Gesamtumfang auf 16 Satelliten.

Welche Technik für Galileo G2 geplant ist

Die ESA erklärt Galileo Second Generation in einem englischsprachigen Überblick

Die ESA beschreibt mehrere Technologien, die für die zweite Galileo-Generation vorgesehen sind. Eine vollständig digitale Nutzlast soll sich im Orbit neu konfigurieren lassen. So könnten Signale und Dienste später angepasst werden, ohne die Hardware auszutauschen.

Geplante Verbindungen zwischen den Satelliten sollen regelmäßige gegenseitige Leistungskontrollen ermöglichen und die Abhängigkeit von verfügbaren Bodenstationen verringern. Elektrischer Antrieb ist dafür vorgesehen, die Satelliten von der Umlaufbahn nach dem Start in ihre Einsatzbahn zu bringen. Laut ESA ermöglicht er auch, trotz der höheren Masse jeweils zwei Satelliten gemeinsam zu starten. Zur geplanten Ausstattung zählen außerdem eine leistungsfähigere Navigationsantenne sowie Schutzmechanismen gegen Störsignale und Spoofing. Spoofing bezeichnet den Versuch, ein Navigationssystem mit gefälschten Signalen zu täuschen.

Ein Integrationstest fand bereits 2024 statt

Im September 2024 wurde laut Sevilla TechPark eine einwöchige Kompatibilitätskampagne durchgeführt. Dabei kommunizierten ein Galileo-G2-Satellit von Thales Alenia Space und das G2-Bodenkontrollsegment miteinander, um ihre Schnittstellen zu prüfen. GMV stellte dafür eine tragbare Version des Bodenkontrollsystems bereit. Der Test betraf die Integration von Satellit und Bodensegment.

Die berichteten nächsten Termine

Gizmodo zufolge waren Tests der ersten Flugmodelle für 2027, der erste Start für 2028 und die Lieferung der vier zusätzlichen Satelliten für 2031 vorgesehen.

ZeitpunktMeilenstein für Galileo G2
September 2024Laut Sevilla TechPark fand eine einwöchige Kompatibilitätskampagne zwischen einem G2-Satelliten und dem Bodenkontrollsegment statt.
27. Oktober 2026Über Aufträge für vier zusätzliche Satelliten wurde berichtet; die ESA bezifferte den geplanten Gesamtumfang auf 16.
2027Tests der ersten Flugmodelle waren laut Gizmodo geplant.
2028Der erste Start war laut Gizmodo geplant.
2031Die Lieferung der vier zusätzlichen Satelliten war laut Gizmodo geplant.