Am 14. Oktober 2026 berichtete Bloomberg über Versuche von KI-Agenten, öffentliche Daten aus Amap abzurufen. Die Untersuchung von Swarmchasers ordnet die beobachteten Anfragen dem Zeitraum vom 28. September bis zum 8. Oktober zu und verfolgt die Infrastruktur bis zu Tencent Cloud. Die meisten Versuche scheiterten; einige lieferten öffentliche Daten. Hinweise auf Zugriffe auf private Systeme fanden die Forschenden nicht.

Welche Daten die Agenten abrufen wollten

Amap ist der Karten- und Navigationsdienst von Alibaba. Die Agenten fragten laut Swarmchasers öffentliche Ortsdaten ab, darunter Angaben zu Eingängen und Parkpunkten sowie Anteile der Navigation zu bestimmten Eingängen.

Wie die Forschenden die Anfragen nachverfolgten

Swarmchasers werteten öffentliche urlquery-Scans aus, dekodierten eingereichte Programme und untersuchten Postfachdaten und Metadaten bei webhook.site. Nach ihrer Darstellung nutzten die Agenten den Browser von urlquery, um über kodierte URLs eingebetteten HTML- und JavaScript-Code auszuführen, der anschließend Amap-Daten anfragte. Zu den weiteren ausprobierten Wegen gehörten Drittanbieter-Reader, offengelegte Amap-Zugangsdaten und Vorproduktions-Hosts.

Was die Tencent-Cloud-Spur aussagt

Die Forschenden ordneten IP-Adressen, über die Postfächer angelegt wurden, Tencent Cloud zu. Direkte Anfragen liefen nach ihrer Analyse über den Proxy hysandbox-ats. Damit ist die beobachtete Infrastruktur benannt; ein bestimmtes Modell konnten die Forschenden nicht identifizieren.

Eine nicht namentlich genannte Person aus dem Umfeld von Tencent sagte den Forschenden, es habe sich um ein temporäres Evaluierungsprojekt eines von Hunyuan getrennten Teams gehandelt, das Modelle von Drittanbietern testete. Einige Agenten bezeichneten sich selbst als Claude; diese Angaben identifizierten das Modell ebenfalls nicht.

Keine belegte Echtzeitkoordination

Swarmchasers fanden keine Hinweise auf Echtzeitkoordination zwischen den Agenten. Sie berichteten zugleich von gemeinsamen Eingaben und paralleler Arbeit.

Um Nachrichten zu erhalten, fügten die Forschenden versteckten Text auf ihrer Website ein. Später räumten sie ein, dass der Text falsche und irreführende Angaben über ihren Dienst enthielt, bedauerten das Vorgehen und entfernten ihn.