Laut Reuters fordert die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) von neun Unternehmen Informationen dazu an, ob und wie persönliche Daten bei Preisen, der Entlohnung von Beschäftigten und Jobangeboten eine Rolle spielen. Die FTC will die Angaben für eine Studie nutzen, die Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber informieren soll.
Welche Daten und Entscheidungen die FTC untersucht
Reuters berichtete am 28. Oktober 2026, die Anfragen bezögen sich auf individuelle Preise, Löhne und Jobangebote. Als mögliche Datenquellen nannte der Bericht Standort, Browserverlauf und Einkommen. Die FTC wolle außerdem Werkzeuge und Strategien der Unternehmen sowie die Auswirkungen dieser Praktiken untersuchen. Auch die Teilnahme an Kundenbindungsprogrammen und die Analyse persönlicher Daten durch Algorithmen gehören zu den Aspekten, die die Untersuchung berücksichtigen soll.
Die neun Unternehmen und ihre Stellungnahmen
Genannt werden Uber, Lyft, DoorDash, Instacart, Delta, United, JetBlue, Target und Walmart. Die Unternehmen sind in den Bereichen Fahrdienstvermittlung, Essenslieferung, Luftfahrt und Einzelhandel tätig; die Anfrage sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob jedes Unternehmen dieselben Verfahren nutzt.
TipRanks zufolge hatten die Unternehmen 45 Tage Zeit zu antworten. Dem Bericht nach könnte die FTC eine gerichtliche Anordnung anstreben, um Antworten durchzusetzen.
JetBlue erklärte, persönliche Angaben und den Browserverlauf nicht zur Festlegung individueller Preise zu verwenden. Flugpreise richteten sich nach Nachfrage und verfügbaren Sitzplätzen. Ein Vertreter von Delta erklärte, das Unternehmen lehne diskriminierende oder räuberische Preispraktiken ab und halte geltende Datenschutz-, Preis- und Werbevorschriften ein. Der US-Handelsverband National Retail Federation verteidigt datenbasierte Rabatte als Mittel zur Kundenbindung.
Frühere FTC-Aktivitäten im Überblick
Die Informationsanfragen stehen neben zwei anderen FTC-Aktivitäten, die jeweils einen eigenen Zweck hatten: einer Studie aus dem Jahr 2024 und einem Vorschlag zur Durchsetzungspolitik aus dem Jahr 2026.
| Datum | Vorgang |
| Juli 2024 | Die FTC erteilte nach eigener Darstellung Studienanordnungen nach Paragraf 6(b) an Vermittlungsunternehmen. Die Studie befasste sich mit Technologien, die persönliche Daten für individualisierte Preise nutzen. |
| 19. August 2026 | Die FTC kündigte laut der Kanzlei Crowell & Moring einen Vorschlag für eine Erklärung zur Durchsetzungspolitik bei personalisierten Preisen an. Die Kanzlei beschrieb den Vorschlag als unverbindlich und ohne neue rechtliche Pflichten. |
| 28. Oktober 2026 | Reuters berichtete über Informationsanfragen an neun Unternehmen zur Nutzung persönlicher Daten bei Preisen, Beschäftigtenvergütung und Jobangeboten. Die Angaben sollen in eine Studie für Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber einfließen. |