Fünf KI-Modelle nannten in einer Simulation zu synthetischen US-Fällen häufig ein einzelnes Arzneimittelprodukt als erste Wahl. Je Krankheits-Wirkstoff-Paar und Modell entfielen im Mittel 97,5 Prozent der Erstempfehlungen auf das jeweils am häufigsten genannte Produkt. Die jährliche Kostendifferenz von 55,6 Millionen US-Dollar ist eine Modellprojektion für die USA, keine gemessene Ausgabe. Nature Health veröffentlicht die Studie am 26. Oktober 2026.
Was die fünf KI-Modelle untersuchten
Die Forschenden erstellten 177.120 synthetische klinische Fälle aus 123 Krankheits-Wirkstoff-Paaren und 1.440 soziodemografischen Profilen. Die Modelle sollten für eine bestimmte Erkrankung und einen Wirkstoff bis zu drei von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Produkte beim Namen nennen. Die Temperatur, ein Parameter für die Variabilität der Antworten, stand auf 0.
Getestet wurden GPT-5.4, Claude Sonnet 4.6, Gemini 3.1 Flash, Llama 4 und MedGemma. Insgesamt enthielten 883.403 Antworten mindestens eine Empfehlung. Die Studie in Nature Health verglich diese Produktauswahl mit US-Verschreibungsdaten und berechnete modellierte Beschaffungskosten.
Wie die Empfehlungen zu US-Verschreibungen passten
Für den Vergleich mit tatsächlichen Verschreibungsverteilungen nutzte die Studie Daten des Medical Expenditure Panel Survey (MEPS) aus den Jahren 2019 bis 2023. Für 100 der 123 Krankheits-Wirkstoff-Paare lagen passende MEPS-Daten vor. Das am häufigsten verschriebene Arzneimittel entsprach im Durchschnitt in 29,7 Prozent der Fälle der ersten Modellwahl und in 58,8 Prozent den ersten drei Empfehlungen. Bei einer Gewichtung nach Verschreibungsvolumen lag die Übereinstimmung der ersten Wahl bei 17,0 Prozent.
| Kennzahl | Ergebnis | Bezugsgröße |
| Häufigstes Produkt unter den Erstempfehlungen | 97,5 % im Mittel | Je Krankheits-Wirkstoff-Paar und Modell |
| Übereinstimmung mit dem meistverordneten Arzneimittel | 29,7 % bei der ersten Wahl; 58,8 % unter den ersten drei | Paare mit MEPS-Daten |
| Nach Verschreibungsvolumen gewichtete Übereinstimmung | 17,0 % bei der ersten Wahl | MEPS-Vergleich |
| Wirkstoffe mit höheren projizierten Kosten | 38 von 51 (74,5 %) | Wirkstoffe mit vollständigen MEPS- und NADAC-Daten |
| Jährliche US-Beschaffungskostendifferenz | 55,6 Millionen US-Dollar | Modellierte Projektion |
Die 97,5 Prozent beschreiben eine Konzentration innerhalb der jeweiligen Paar- und Modellanalysen. Sie bedeuten nicht, dass ein einzelner Markenname 97,5 Prozent aller Empfehlungen über sämtliche Fälle hinweg erhielt.
Was die Kostenprojektion von 55,6 Millionen US-Dollar umfasst
Die Kostenrechnung bezog 51 Wirkstoffe ein, für die vollständige MEPS-Verschreibungsdaten und Daten der National Average Drug Acquisition Cost (NADAC) vorlagen. Die NADAC-Preise reichten bis Ende 2024. Bei 38 dieser 51 Wirkstoffe lagen die projizierten Beschaffungskosten unter den Modell-Empfehlungsverteilungen höher als unter den MEPS-Verteilungen.
Für die Hochrechnung verglichen die Forschenden gewichtete durchschnittliche Stückkosten und bezogen die Differenzen auf jährliche Verschreibungsvolumina aus MEPS. Festgelegte Anpassungen berücksichtigten unter anderem Verabreichungsweg, Dosis-Einheit und Wirkungsdauer. Die 55,6 Millionen US-Dollar pro Jahr sind das Ergebnis dieser Modellrechnung für die USA, nicht eine erfasste Veränderung tatsächlicher Ausgaben oder Patientenrechnungen.
Wie Produktmerkmale und andere Prompts die Ergebnisse veränderten
Die Studie fand statistische Zusammenhänge zwischen der Empfehlungshäufigkeit und drei Produktmerkmalen: dem Status als Originalpräparat (Odds Ratio 20,5), der Zahl der Google-Suchen (1,70) und einem eigenen Wikipedia-Eintrag (3,00). Die Analyse beschreibt Zusammenhänge in den untersuchten Daten.
Auch anders formulierte Prompts veränderten die Ergebnisse. Wenn die Modelle umfassende Produktlisten, die günstigsten Produkte oder Generika liefern sollten, entfielen im Mittel 93,1, 94,9 beziehungsweise 97,6 Prozent der Erstempfehlungen auf das jeweils häufigste Produkt. In manchen Vergleichen änderte sich die führende Produktempfehlung; bei Anfragen nach günstigeren Optionen oder Generika verschoben sich Empfehlungen häufig in Richtung eines Generikums. Die Untersuchung erfasste Produktnamen und ihre Verteilung, nicht die klinische Eignung der Behandlungen.