Am 14. September 2026 wurden Schäden an beiden Enden eines 12V-2x6-Kabels gemeldet, das eine NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell mit einem ASRock Taichi TC-1650T verband. Die Grafikkarte soll nach dem Vorfall weiter funktioniert haben. Warum die Schutzfunktion des Netzteils nicht abgeschaltet hat, bleibt offen.

Der gemeldete Schaden betraf beide Kabelenden

Die betroffenen Stecker waren gerade ausgeführt. Beschädigungen wurden sowohl am Netzteil- als auch am GPU-seitigen Ende des 12V-2x6-Kabels beschrieben. Die RTX PRO 6000 soll dabei weitergelaufen sein; daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ihre Buchse unbeschädigt blieb.

Die Kombination ist für eine leistungsstarke Workstation ausgelegt. NVIDIA spezifiziert die RTX PRO 6000 Blackwell Workstation Edition mit bis zu 600 W Gesamtplatinenleistung und einem einzelnen 16-poligen PCIe-CEM5-Stromanschluss. Der ASRock Taichi TC-1650T ist mit 1.650 W Nennleistung, ATX 3.1, PCIe 5.1 und zwei nativen 12V-2x6-Kabeln ausgestattet.

Was ASRock TempGuard überwachen soll

ASRock beschreibt TempGuard als Schutzsystem mit einem NTC-Thermistor. Ein NTC ist ein temperaturabhängiger Widerstand, dessen Messwert sich mit der Wärme verändert. Der Sensor sitzt laut Produktdokumentation am VGA-seitigen Ende des nativen 12V-2x6-Kabels. TempGuard soll die Anschlusstemperatur überwachen und das System abschalten, wenn sie einen gefährlichen Bereich erreicht.

Der gemeldete Kabelschaden stellt diese Funktion in diesem Einzelfall infrage. Eine konkrete Erklärung dafür, warum keine Abschaltung erfolgte, lässt sich daraus aber nicht ableiten: Weder Ursache noch Temperaturverlauf und Reihenfolge der Beschädigungen sind für den Vorfall angegeben.

600 W GPU-Leistung sind nicht 1.650 W Netzteilleistung

Die beiden häufig genannten Wattangaben beziehen sich auf unterschiedliche Größen. 600 W beschreibt die maximal spezifizierte Gesamtplatinenleistung der NVIDIA RTX PRO 6000. 1.650 W ist die Nennleistung des gesamten ASRock-Netzteils. Die Werte messen also nicht denselben elektrischen Punkt und lassen sich nicht als direkte Gegenüberstellung von Kabel- oder Anschlussbelastungen verwenden.

Zwei weitere Fälle gehören nicht in einen Topf

Ein anderer, separat berichteter Fall mit einer NVIDIA RTX PRO 6000 und dem ASRock Taichi TC-1650T betraf die Netzteilseite. Er ist vom neuen Bericht über Schäden an beiden Kabelenden zu trennen.

Am 14. September 2026 wurde außerdem ein separater Fall mit einer PNY GeForce RTX 5090 bekannt. Dabei wurde eine schwere Beschädigung des GPU-seitigen 12V-2x6-Anschlusses beschrieben, während der Nutzer unter anderem Crypt of the NecroDancer und Shattered Pixel Dungeon spielte. Dieser Fall betrifft eine andere Grafikkarte und ist kein Beleg für die Ursache des RTX-PRO-6000-Schadens.

Was du an einer 12V-2x6-Verbindung prüfen solltest

Für Systeme mit einem 12V-2x6-Anschluss sind einige einfache Vorsichtsmaßnahmen entscheidend:

  • Verwende ein natives Kabel, das für genau dieses Netzteil und diese Grafikkarte vorgesehen ist. Kabel anderer Netzteile sind nicht automatisch kompatibel.
  • Stecke beide Enden vollständig und gerade ein. Zug am Kabel sollte nicht auf den Stecker wirken.
  • Vermeide enge Biegungen und mechanische Spannung direkt am Anschluss.
  • Prüfe Stecker und Buchse auf Verfärbungen, angeschmolzenen Kunststoff oder andere sichtbare Schäden.
  • Schalte das System ab und verwende beschädigte Kabel oder Anschlüsse nicht weiter, bis sie fachgerecht beurteilt oder ersetzt wurden.

Diese Punkte beseitigen den konkreten Vorfall nicht, verhindern aber vermeidbare Montage- und Belastungsfehler an einer Hochstromverbindung.