Google kündigte am 4. November 2026 einen Investitionsplan über 15 Milliarden US-Dollar für Malaysia an. Für 2027 und 2028 sind neue Rechenzentrumscampusse in den Bundesstaaten Selangor und Negeri Sembilan geplant. Zum Paket gehören außerdem konkrete Vorhaben für erneuerbare Energien: Schullabore mit Solaranlagen und Batteriespeichern sowie ein 36-stündiger Kurs für den Energiesektor.
Neue Rechenzentren in Selangor und Negeri Sembilan
Google plant die neuen Campusse als zusätzliche Rechenkapazität für KI- und Cloud-Dienste. Der Standort in Selangor soll auch eine künftige Google-Cloud-Region für Unternehmenskunden unterstützen. Die Bauphase ist für 2027 bis 2028 vorgesehen.
Das Vorhaben knüpft an Googles 2024 angekündigte Investition von 2 Milliarden US-Dollar in sein erstes malaysisches Rechenzentrum und eine Google-Cloud-Region im Elmina Business Park in Selangor an. Dieses erste Rechenzentrum ist inzwischen in Betrieb, wie Google in seiner Ankündigung vom November 2026 mitteilte. Die damals angekündigte Investition und der neue Plan sind unterschiedliche Vorhaben.
Google plant außerdem, mehr als ein Gigawatt neue Kapazität aus sauberer Energie zum malaysischen Stromnetz beizutragen. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Stromverbrauch seiner Rechenzentrumscampusse und die direkten Kosten für deren Netzanschluss bezahlen. Die geplante Erzeugungskapazität ist Teil der künftigen Energieversorgung, noch kein bereits erzielter Zuwachs.
Geplante Wasserinfrastruktur für Negeri Sembilan
Für ein gemeinsames Wasserprojekt in Negeri Sembilan kündigte Google eine Finanzierung von 160 Millionen US-Dollar an. Geplant sind ein Speicherbecken abseits des Linggi-Flusses und eine Aufbereitungsanlage. Die Anlage soll nach ihrer Fertigstellung täglich bis zu 65 Millionen Liter Trinkwasser bereitstellen, sowohl für den geplanten Campus im Springhill Industrial Park bei Port Dickson als auch für die öffentliche Versorgung. Google zufolge soll das Speicherbecken überschüssiges Flusswasser und Regen auffangen und so auch helfen, Hochwasserrisiken in der Umgebung zu mindern. Die Projektankündigung nennt Gamuda Berhad als Bauunternehmen; nach Abschluss sollen die Anlagen dem staatlichen Träger MBINS gehören.
Solarlabore und Weiterbildung für erneuerbare Energien
Die Bildungs- und Weiterbildungspläne richten sich an unterschiedliche Gruppen: Schülerinnen und Schüler sollen erneuerbare Energie praktisch kennenlernen, während Jugendliche über eine Berufsausbildung Fähigkeiten für Tätigkeiten in der Branche erwerben können. Google plant, beide Initiativen Anfang 2027 in Negeri Sembilan einzuführen.
| Initiative | Teilnehmende und Rahmen | Geplante Ausstattung oder Umfang | Geplanter Start |
| Solar Explorers und Solar Futures | Teilnehmende öffentliche Schulen | Solarlabor je Schule mit einer Anlage von 2,56 Kilowatt-Peak und einem Batteriespeicher von 5,4 Kilowattstunden | Anfang 2027 in Negeri Sembilan |
| Digital Skills for the Renewable Energy Workforce | Jugendliche aus einkommensärmeren und indigenen Gemeinschaften im Rahmen der SOLS Solar Academy | 36-stündiger Kurs als dauerhafter Bestandteil des Programms | Anfang 2027 in Negeri Sembilan |
Kilowatt-Peak bezeichnet die Spitzenleistung einer Solaranlage; Kilowattstunden geben die Speicherkapazität der Batterie an. In den Schullaboren sollen Lehrkräfte interaktive Unterrichtseinheiten gestalten. Der Kurs ergänzt die berufliche Ausbildung der SOLS Solar Academy, die auf Tätigkeiten wie die Installation von Photovoltaikanlagen, die Wartung von Ladestationen für Elektroautos und den Betrieb von Energiesystemen vorbereitet. Google zufolge soll der zusätzliche digitale Lehrstoff den Teilnehmenden Fähigkeiten für solche Aufgaben vermitteln.
Googles Beschäftigungs- und Wirtschaftsprognosen
Google schätzt, dass die geplante zweijährige Bauphase pro Jahr mehr als 37.000 Arbeitsplätze in Malaysia unterstützen könnte, darunter rund 6.000 Stellen im Baugewerbe. Für die Bauzeit prognostiziert das Unternehmen außerdem einen durchschnittlichen jährlichen Beitrag von 1,1 Milliarden US-Dollar zum malaysischen Bruttoinlandsprodukt und 378 Millionen US-Dollar an jährlichem Arbeitseinkommen.
Für den späteren Betrieb der Anlagen rechnet Google mit mehr als 9.000 unterstützten Arbeitsplätzen pro Jahr. Die Löhne sollen dabei im Durchschnitt 45 Prozent über dem landesweiten Median liegen. Sämtliche Beschäftigungs- und Wirtschaftszahlen sind Unternehmensprognosen für geplante Bau- und Betriebsphasen.