Am 4. November berichtete Osvaldo Pinali Doederlein für eine Radeon RX 9070 XT 91 statt 1,7 FPS mit Microsofts DirectX-Raytracing-Sample und Clustered Geometry. Das Ergebnis stammt aus einem geometrieintensiven Testlauf mit fester Kamera bei 1600 × 920, nicht aus einem Spielbenchmark. Doederleins Messwerte und Einordnung auf X
Was der RX 9070 XT-Test gemessen hat
Doederlein verglich den herkömmlichen Neuaufbau von BLAS mit Clustered Geometry. Eine BLAS (Bottom-Level Acceleration Structure) enthält Geometriedaten für die Strahlverfolgung. Im besonders umfangreichen Lauf kamen 10.000 zusätzliche BLASes hinzu; die Geometrie umfasste laut Doederlein rund 91 Millionen Dreiecke.
| Messgröße | Herkömmlicher BLAS-Neuaufbau | Clustered Geometry | Testbedingung |
| Bildrate | 1,7 FPS | 91 FPS | 10.000 zusätzliche BLASes, feste Kamera, 1600 × 920 |
| Aufbauzeit | 600 ms | 2,6 μs | derselbe Lauf |
| Ray-Dispatch-Zeit | 8,5 ms | 8,2 ms | derselbe Lauf |
| Speicher für Beschleunigungsstrukturen | 7.518 MB | 771 MB | derselbe Lauf |
Die Zahlen beschreiben unterschiedliche Arbeitsschritte. Während die gemessene Aufbauzeit stark sank, lag die Ray-Dispatch-Zeit in diesem Lauf mit 8,5 und 8,2 ms nahe beieinander. Die Bildrate stieg also nicht deshalb um den gleichen Faktor, weil das Dispatching der Strahlen entsprechend schneller wurde.
Warum Geometrie und Auflösung den Ausschlag geben
Die gemessene Steigerung hängt stark von der Testlast ab. Bei den standardmäßig eingestellten 100 zusätzlichen BLASes war Clustered Geometry laut Doederlein ungefähr doppelt so schnell. Bei 10.000 zusätzlichen BLASes lag der Zuwachs bei mehr als dem 50-Fachen. Für den geometrieintensiven Lauf bei 4K meldete er 1,6 gegenüber 28 FPS, also das 17,5-Fache.
Diese Werte gelten für Microsofts Sample und die jeweils genannten Konfigurationen. Sie sagen nicht voraus, dass eine RX 9070 XT ein Spiel mit 91 FPS ausführt. Doederlein weist darauf hin, dass ein Spiel mehr Arbeit erledigt als der Aufbau von Beschleunigungsstrukturen und die Berechnung von Strahlen. Auch AMD mahnt, Spiele sollten keine Leistungsgewinne dieser Größenordnung voraussetzen.
Welche Arbeit Clustered Geometry verändert
AMD beschreibt Clustered Geometry als Verfahren, das den Aufbau von Beschleunigungsstrukturen in wiederverwendbare Gruppen von bis zu 256 Dreiecken zerlegt. Eine Anwendung kann vorhandene Cluster zusammensetzen, statt die Geometrie für den Aufbau erneut vollständig zu verarbeiten. Das zielt auf den Aufbau und die Aktualisierung der Szene, nicht auf eine entsprechende Beschleunigung jedes einzelnen Ray-Dispatch-Schritts.
Im DirectX 12 Agility SDK 1.722-preview nennt AMD außerdem Partitioned TLAS und indirekte Builds von Beschleunigungsstrukturen. Eine TLAS (Top-Level Acceleration Structure) organisiert Szeneninstanzen. Partitioned TLAS soll Aktualisierungen auf veränderte Szenenbereiche konzentrieren; indirekte Builds beziehen ihre Argumente aus dem GPU-Speicher. AMD erläutert die Vorschaufunktionen und den Supportumfang.
Welche AMD-Hardware und Software AMD aufführt
Für die DXR-Vorschaufunktionen listet AMD Grafikkarten der Radeon RX 9000 Series sowie die Radeon AI PRO R9700 und R9600 Series. Genannt werden außerdem das DirectX 12 Agility SDK 1.722-preview, der AMD-Entwicklervorschau-Treiber 26.20.12.01 und DXC Shader Model 6.10 preview Patch 2 (v1.10.2605.37). Windows Developer Mode muss aktiviert sein; auch D3D12ExperimentalShaderModels und D3D12RaytracingPreview müssen eingeschaltet werden.
Der Retail-Treiber 26.20.12.02 gehört laut AMD zu den Funktionen des Agility SDK 1.620. Für die hier behandelten DXR-Vorschaufunktionen nennt AMD dagegen den Entwicklervorschau-Treiber 26.20.12.01. Die Supportliste gilt für die von AMD aufgeführten GPU-Serien.
Microsofts separater RX 9070-Test
AMD berichtet außerdem über einen eigenen Microsoft-Test mit einer Radeon RX 9070. Dort stieg die Bildrate in einer einzelnen Sample-Konfiguration von 1,2 auf 79 FPS. AMD nennt für den Aufbau der Beschleunigungsstrukturen pro Bild 788 ms gegenüber 3,11 ms und für den Gesamtspeicher einschließlich TLAS 7.519 MiB gegenüber 774 MiB. Diese Messwerte stammen von der RX 9070 und sind nicht Teil von Doederleins RX 9070 XT-Lauf. AMD zufolge war die Systemkonfiguration des Microsoft-Tests nicht angegeben; auch für dieses Ergebnis sollten Spiele keine vergleichbaren Zugewinne voraussetzen.