Half-Life: Alyx läuft auf Steam Frame direkt auf dem Headset und damit ohne angeschlossenen PC. Valve hat dafür eine eigene ARM64/aarch64-Version veröffentlicht, Foveated Rendering und Tiefen-Reprojektion integriert und die Spielinhalte unverändert gelassen. Das macht Steam Frame zu einer eigenständigen SteamOS-Plattform für den VR-Klassiker – mit einer wichtigen Einschränkung: Die bisher berichteten Leistungswerte stammen aus unterschiedlichen Tests und Bedingungen.

Was sich bei Half-Life: Alyx auf Steam Frame geändert hat

Valve hat das Spiel am 14. September 2026 um den Standalone-Betrieb auf Steam Frame erweitert. Die Aktualisierung betrifft vor allem Engine, Architektur und Rendering-Pipeline. Das eigentliche Spiel mit seinen Inhalten bleibt erhalten.

Für dich bedeutet das: Half-Life: Alyx muss nicht mehr von einem Windows-PC an das Headset gestreamt werden. Die Installation läuft direkt auf Steam Frame. Der drahtlose PC-VR-Betrieb bleibt daneben möglich, denn das Headset unterstützt auch Streaming über den mitgelieferten 6-GHz-Adapter und seine beiden Funkverbindungen.

Der Port funktioniert ohne neue Spielressourcen

Valve zufolge wurden die In-Game-Assets von Half-Life: Alyx nicht verändert. Das betrifft die Spielwelt, die Modelle und die übrigen Inhalte des VR-Spiels. Der Ansatz ist für die Modding-Szene besonders relevant: Vorhandene Workshop-Inhalte sollen weiter funktionieren, weil Valve keine neuen oder reduzierten Spielressourcen voraussetzt.

Damit ist die Standalone-Version kein abgespeckter Ableger mit einer separaten Inhaltsbasis. Sie übernimmt die Aufgabe, das bestehende Spiel auf einer mobilen Plattform auszuführen, während die Anpassungen vor allem unter der Haube stattfinden.

ARM64, Foveated Rendering und Tiefen-Reprojektion

Die Steam-Frame-Version von Half-Life: Alyx ist für ARM64 beziehungsweise aarch64 portiert. Das ist die native Prozessorarchitektur des Headsets und vermeidet, dass diese Version ausschließlich über eine Übersetzungsschicht für x86-Programme laufen muss.

Dazu kommen zwei wichtige Verfahren für die VR-Darstellung:

  • Foveated Rendering berechnet den Bereich, den du gerade ansiehst, mit höherer Qualität und reduziert den Aufwand in weniger wichtigen Bildbereichen. Steam Frame nutzt dafür die Blickerfassung.
  • Tiefen-Reprojektion erzeugt zusätzliche Bildinformationen aus Bewegungsdaten, Tiefeninformationen und der Blickrichtung des Headsets. Dadurch kann die Bewegung gleichmäßiger wirken, wenn die tatsächlich gerenderte Bildrate niedriger liegt.

Die beiden Verfahren sind nicht dasselbe wie eine höhere native Renderleistung. Besonders bei VR muss man deshalb zwischen tatsächlich berechneten Bildern und reprojizierten Bildern unterscheiden.

Welche Rolle SteamOS bei der Ausführung spielt

SteamOS bildet die Softwarebasis für beide Betriebsarten: lokale Ausführung auf dem Headset und drahtloses PC-VR-Streaming. Steam Frame kann außerdem PC-Spiele über die x86-Übersetzungsschicht FEX und Android-VR-Anwendungen über Lepton ausführen.

Valve hat am 15. September 2026 erklärt, dass Entwickler für Steam Frame auch ein Android-APK anbieten können, ohne zwingend eine PC-Version veröffentlichen zu müssen. Das erweitert die möglichen Wege für Standalone-VR-Spiele – Half-Life: Alyx bleibt dabei das bislang besonders sichtbare Beispiel für eine aufwendige native Umsetzung.

Die Hardware, auf der Alyx läuft

Steam Frame verwendet einen Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 und 16 GB gemeinsamen LPDDR5X-Speicher. Die technischen Eckdaten ordnen ein, warum Valve beim Port stark auf effiziente Darstellung und eine native ARM-Version setzt.

ElementSteam Frame
ProzessorQualcomm Snapdragon 8 Gen 3
Architektur der Alyx-VersionARM64/aarch64
Arbeitsspeicher16 GB LPDDR5X, gemeinsam genutzt
DisplaysZwei LCD-Panels mit 2.160 × 2.160 Pixeln pro Auge
Bildwiederholrate72 bis 144 Hz; 144 Hz ist experimentell
Akku21,6 Wh
FunkverbindungenWi-Fi 7 und Bluetooth 5.4

Was über die Leistung bekannt ist

Ein Vorabbericht beschreibt die Standalone-Ausführung von Half-Life: Alyx, die Shader-Optimierung und die frühe Bildrate.

Ein Vorabtest aus der Entwicklungsphase beschrieb eine Installation von Half-Life: Alyx direkt auf dem Headset. Dabei dauerte die Optimierung der Vulkan-Shader ungefähr vier Minuten; bei den niedrigsten Einstellungen wurden etwa 40 bis 50 Bilder pro Sekunde genannt.

Ein späterer Launch-Bericht nannte 36 gerenderte Bilder pro Sekunde, die auf 72 Bilder pro Sekunde reprojiziert wurden. Dieser Wert beschreibt damit nicht 72 vollständig nativ berechnete Bilder pro Sekunde. Die Angabe stammt zudem aus einem Bericht ohne dokumentierte Testbedingungen und lässt sich nicht als allgemeine Leistungsangabe für jede Spielsituation verwenden.

Die beiden Werte stehen nicht zwingend im Widerspruch: Sie beziehen sich auf unterschiedliche Zeitpunkte, Builds, Einstellungen und Berichtsformen. Für die praktische Einordnung bleibt deshalb vor allem festzuhalten, dass Valve die Standalone-Version offiziell ausgeliefert hat, die bisher öffentlich genannten Leistungsbeobachtungen aber nicht unter identischen Bedingungen entstanden.

Preis und Lieferumfang in Deutschland

In Deutschland ist Steam Frame laut der angegebenen Preislistung mit 1.049 Euro für 256 GB und 1.279 Euro für 1 TB gelistet. Zum Lieferumfang gehören das Headset, zwei Controller, der drahtlose Adapter und Half-Life: Alyx.

Ein Netzteil liegt nicht bei. Valve verkauft einen eigenen 45-W-Adapter separat; kompatible USB-C-Ladegeräte mit mindestens 45 W können ebenfalls verwendet werden. Wer Steam Frame hauptsächlich wegen Half-Life: Alyx betrachtet, bekommt also den direkten Standalone-Betrieb und die unveränderte Spielbasis – muss den hohen Gerätepreis sowie das zusätzliche Ladezubehör aber in die Rechnung einbeziehen.