Bluetooth. Ein Standard, der heute allgegenwärtig ist, mit Stärken und Schwächen gleichermaßen. Manche Nutzer verwenden ihn täglich, andere müssen jedes Mal damit kämpfen, wenn sie ihn aktivieren. Doch worum es hier geht, ist kein technisches Problem, sondern eine historische Frage: Warum heißt Bluetooth eigentlich „Bluetooth“? Die Antwort führt uns mehr als tausend Jahre zurück in das chaotische Dänemark, regiert von König Harald Blåtand ...
Die Entwicklung dessen, was wir heute als Bluetooth kennen begann im Jahr 1989 dank der Bemühungen von Nils Rydbeck, Tord Wingren, Jaap Haartsen (der um 1993 zum Team stieß) und Sven Mattisson von Ericsson Mobile. Zwölf Jahre später brachte dieselbe Firma das T39m auf den Markt, das erste kommerziell erhältliche Handy mit Unterstützung für die neue Spezifikation. Lautsprecher, Kopfhörer, Gamepads, Dateiübertragungen – der ursprüngliche Plan, mobile Geräte mit festen zu verbinden, ist im Vergleich zu dem, was Bluetooth heute kann, nur noch ein Schatten.
Außerdem hat es den Vorteil eines sehr einprägsamen Namens, und wenn jemand „Bluetooth“ sagt, verstehen die Leute automatisch, wovon die Rede ist. Aber woher kommt dieser Name? Wie wurde Bluetooth zum Synonym für drahtlose Konnektivität zwischen Geräten und Zubehör? So unglaublich es klingen mag: Ein alter dänischer König steckt dahinter ...
Kein Mythos: „Bluetooth“ stammt von einem König
„Bluetooth“ ist eine Anspielung auf Harald Blåtand, Sohn von Thyra Danebod und Gorm dem Alten, technisch gesehen der erste König Dänemarks. Harald bestieg den Thron nach dem Tod seines Vaters. Er festigte seine Herrschaft über Jütland und Seeland und wurde später auch König von Norwegen (auch wenn seine Kontrolle dort nicht lange anhielt). Dazu kommt seine Bekehrung und die anschließende Einführung des Christentums in Dänemark, offenbar mit begrenztem Erfolg.
Die Historiker haben nicht wenige Versuche unternommen, den Ursprung und die genaue Übersetzung von „Blåtand“ zu bestimmen. Die traditionelle Erklärung besagt, dass Harald einen besonders schlechten Zahn mit einer bläulichen Färbung hatte, sei es wegen mangelnder Zahnpflege oder wegen einer Krankheit in der Kindheit. Eine andere Möglichkeit ist, dass „Blåtand“ „blauer Than“ bedeutet, ein Ausdruck, der im Englischen korrumpiert wurde. Wie auch immer, „Blåtand“ ist heute „Bluetooth“.
Die endgültige Verbindung zwischen dem Wort und der Spezifikation entstand 1997, dank Jim Kardach, einem Ingenieur bei Intel. Damals las Kardach einen historischen Roman über Wikinger und stieß auf den Namen Harald Blåtand. So wie der König Dänemark und Norwegen (zumindest für ein paar Jahre) vereinte, zielte das Protokoll darauf ab, mobile Geräte mit Desktop-Computern zu verbinden, und Bluetooth wurde zum perfekten Codenamen.
Die Verantwortlichen für die neue Spezifikation hatten beschlossen, „PAN“ (Personal Area Networking, vorgeschlagen von IBM) als offiziellen Namen zu übernehmen. Eine schnelle Überprüfung der Marken ergab jedoch, dass „PAN“ ein denkbar schlechter Kandidat war. Das Schnellste und Einfachste war es, mit Bluetooth an die Öffentlichkeit zu gehen – ein Volltreffer in jeder Hinsicht. Und noch ein Extra: Das Bluetooth-Logo besteht aus zwei Runen, Hagall und Bjarkan, „H“ und „B“, für die Initialen von Harald Blåtand.