IBM kündigte am 27. Oktober 2026 auf der TechXchange in Atlanta neue Kontrollen für KI-Agenten in Unternehmen an. IBM Agent Identity und HashiCorp Vault 2.2 seien allgemein verfügbar, erklärte das Unternehmen. IBM Verify übernimmt laut IBM Identität und Autorisierung; Vault verwaltet Geheimnisse und Zugangsdaten für Zielsysteme, die delegierte Tokens nicht direkt verwenden können.
Was IBM für KI-Agenten angekündigt hat
IBM Agent Identity soll Agenten zentral erfassen, ihre Eigentümer und Metadaten festhalten, Risiken klassifizieren und genehmigte Tool-Verbindungen sowie den Lebenszyklus verwalten. IBM kündigte außerdem eine Integration mit NVIDIA OpenShell an. Dabei soll die geschützte Laufzeitumgebung von OpenShell mit Agent Identity und Vault-Zugangsdaten zusammenarbeiten.
Wie IBM Verify und HashiCorp Vault die Aufgaben teilen
IBM weist den Komponenten unterschiedliche Rollen zu: IBM Verify übernimmt Identität, Autorisierung, Token-Austausch und Audit. HashiCorp Vault schützt Geheimnisse und vermittelt kurzlebige, auf ein Zielsystem zugeschnittene Zugangsdaten, wenn dieses delegierte Tokens nicht direkt verarbeiten kann.
Die Trennung hilft dabei, die Agentenidentität von den Zugangsdaten für eine konkrete Aufgabe auseinanderzuhalten. Ein System kann etwa ein delegiertes Token nutzen; wenn es dazu nicht in der Lage ist, kann Vault laut IBM stattdessen passende Zugangsdaten bereitstellen.
Dauerhafte Agenten-ID, kurzlebige Zugriffsrechte
IBM beschreibt eine Agent ID, die bei der Registrierung vergeben wird und auch nach dem Wechsel von Zugangsdaten bestehen bleibt. Die Tokens für einzelne Aufgaben können dagegen kurzlebig und auf eine bestimmte Aufgabe begrenzt sein. Bei einer delegierten Autorisierung enthalten sie laut IBM sowohl den menschlichen Nutzer als Subjekt als auch den Agenten als handelnden Akteur.
IBM teilt auch die Zuständigkeiten beim Onboarding auf: Der Agent Developer legt den Agentendatensatz an und registriert OAuth-Clients, kann aber den Status des Agenten nicht ändern. Der Approver kann den Agenten aktivieren, darf dessen Datenfelder jedoch nicht bearbeiten.
Wird ein Agent suspendiert, deaktiviert IBM zufolge das System seine verknüpften OAuth-Clients. Neue Token-Anfragen schlagen dann bis zur Reaktivierung fehl.
Welche Funktionen allgemein verfügbar sind und welche in Vorschau bleiben
IBM ordnet die Funktionen unterschiedlichen Verfügbarkeitsstufen zu:
- Allgemein verfügbar: IBM Agent Identity, HashiCorp Vault 2.2 und watsonx Orchestrate Evaluate. Vault 2.2 umfasst laut IBM geschützte Agentenkonten, automatische Erneuerung von Zugangsdaten und postquantenbasierte Verschlüsselung. Evaluate prüft die Qualität, Genauigkeit und Regelkonformität von Agenten vor dem Einsatz und überwacht sie im Produktivbetrieb.
- Öffentliche Vorschau: Secure Hub bietet laut IBM eine zentrale Übersicht über Vault-Umgebungen.
- Technische Vorschau: watsonx Orchestrate Discover kann laut IBM externe Agenten, Modelle und MCP-Server auf Plattformen wie Amazon Bedrock, Microsoft Foundry und Google Gemini erfassen. Contain umfasst isolierte Sandboxes und einen Notausschalter für Agenten.