NASA plant Artemis III für 2027 als bemannte Dockingprobe in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Die Crew soll mit der Orion-Kapsel nacheinander an Blue Moon Mark 2 und Starship Version 3 andocken. Eine Mondlandung ist für diese rund 14-tägige Mission nicht vorgesehen.
Was Artemis III in der Erdumlaufbahn erproben soll
Der Plan, den NASA am 23. Oktober 2026 vorstellte, sieht vier Astronauten an Bord von Orion vor: Randy Bresnik, Frank Rubio, Andre Douglas und Luca Parmitano. Drei Raumfahrzeuge sollen auf drei Schwerlastraketen starten. Zuerst soll Blue Origin Blue Moon Mark 2 mit einer New-Glenn-Rakete in den Orbit bringen. Einige Tage später soll die NASA Orion mit dem Space Launch System (SLS) starten, nachdem Blue Moon als einsatzbereit bestätigt wurde. SpaceX’ Starship Version 3 soll später folgen.
Ein Rendezvous ist ein kontrolliertes Zusammentreffen von Raumfahrzeugen im Orbit; beim Docking verbinden sie sich. Artemis III soll prüfen, wie Orion mit zwei unterschiedlichen kommerziellen Landersystemen und ihren Dockingschnittstellen zusammenarbeitet. Der Plan beschreibt damit einen Test für künftige Mondmissionen, keine Landung auf dem Mond.
Was die Crew mit Blue Moon prüfen soll
NASA plant, dass die Crew an Blue Moon Mark 2 andockt, die Luke öffnet und das Testfahrzeug betritt. Für die Prüfung von Kabinenumgebung, Steuerung, Atmosphäre, Druck und Lebenserhaltungssystemen sind rund zwei Tage vorgesehen. Blue Moon soll in einer kreisförmigen Umlaufbahn von etwa 439 Kilometern Höhe fliegen und bis zu 30 Tage im Orbit bleiben können.
Was der Starship-Dockingtest untersucht
Bei der späteren Demonstration soll Orion an Starship Version 3 andocken. Die Crew soll Starship nicht betreten; der Dockingtest ist auf bis zu zwei Stunden angesetzt. NASA will dabei unter anderem Steuerbarkeit, Kommunikation, die Zusammenarbeit der integrierten Software sowie die Abläufe beim An- und Abdocken untersuchen.
Die beiden Andockmanöver prüfen unterschiedliche Schnittstellen: Orion soll bei Blue Moon an einem Anschluss neben der Crewkabine andocken. Für Starship soll das nach vorn gerichtete Dockingsystem von Orion auf ein Dockingsystem an der Starship-Spitze ausgerichtet werden.
Zwei Testorbits und eine separate Stabilisierungsphase
| Geplanter Test | Testfahrzeug und Trägerrakete | Orbit des Testfahrzeugs | Dockingschnittstelle | Geplante Crewaktivität und Prüfschwerpunkte |
| Blue Moon | Blue Moon Mark 2, gestartet mit New Glenn | Kreisförmig, etwa 439 km Höhe | Anschluss neben der Crewkabine | Betreten des Testfahrzeugs; Prüfung von Kabine, Steuerung, Atmosphäre, Druck und Lebenserhaltungssystemen |
| Starship | Starship Version 3 | 381 km Höhe | Orion richtet sein nach vorn gerichtetes Dockingsystem auf das System an der Starship-Spitze aus | Kein Betreten von Starship; Prüfung von Steuerbarkeit, Kommunikation, integrierter Software sowie An- und Abdockdynamik, bis zu zwei Stunden |
Orion soll zunächst eine elliptische Umlaufbahn erreichen und anschließend auf rund 556 Kilometer Höhe wechseln, um seine Temperatur zu stabilisieren. Danach sind Rendezvousmanöver mit den Testfahrzeugen vorgesehen. Diese Stabilisierungsphase ist damit ein eigener Missionsschritt; Blue Moon und Starship sind für unterschiedliche Testorbits geplant.
Nach den Dockingtests sieht NASA bis zu fünf weitere Tage für zusätzliche Aufgaben vor. Dazu zählen Prüfungen von Raumanzügen und Dockingsensoren, akustische und thermische Messungen, Untersuchungen zu menschlichen Faktoren sowie Wissenschafts- und Technologiedemonstrationen. Geplant ist auch, die Gesundheitsbeurteilung der Astronauten zu untersuchen, wenn keine direkte Kommunikation mit der Missionskontrolle möglich ist.
NASA plant die Rückkehr von Orion mit einer Wasserung im Pazifik vor der kalifornischen Küste; NASA-Personal und die US Navy sollen die Kapsel und Crew bergen. Für 2028 plant NASA bemannte Mondlandungen im weiteren Artemis-Programm. NeoTeos frühere Einordnung des Artemis-III-Probelaufs behandelt den Missionsrahmen; der geplante Artemis-IV-Mondflug ordnet das nächste Ziel ein.