Das Fußballuniversum hat sich in letzter Zeit auf zwei Wettbewerbe konzentriert: Einerseits die UEFA Nations League, andererseits die CONMEBOL-Qualifikation der südamerikanischen Teams. Dort spielt auch Bolivien, das die Genehmigung erhalten hat, seine Heimspiele nach El Alto zu verlegen, in das Estadio Municipal. Was ist das Besondere? Das Spielfeld liegt auf 4.150 Metern über dem Meeresspiegel – eine Bedingung, die den Gegnern definitiv Druck macht.
Der Fußball hat relativ stabile Regeln, aber einige Aspekte sind flexibler als andere. Ein Beispiel ist die Größe des Spielfelds: Die FIFA empfiehlt Maße von 105 x 68 Metern, aber die zulässigen Extreme reichen von 45 x 90 bis 90 x 120 Metern – ein enormer Unterschied. Hinzu kommen die Art des Untergrunds (natürlicher oder künstlicher Rasen, solange er grün ist) und die Tore, deren Pfosten nicht unbedingt perfekte Kreise sein müssen.
Ein weiteres wichtiges Detail ist der Standort des Stadions. Im Jahr 2007 beschloss die FIFA, internationale Spiele auf mehr als 2.750 Metern über dem Meeresspiegel zu verbieten, was Länder wie Bolivien betraf, das normalerweise in La Paz (3.640 Meter) spielt. Nach zahlreichen Beschwerden setzte der Verband dieses Verbot jedoch nicht durch, und Bolivien spielte weiterhin in seinem bevorzugten Stadion … aber für diese Qualifikation haben sie einige Änderungen vorgenommen.
4.150 Meter – und ein Traum von der Weltmeisterschaft
Im Grunde hat Bolivien beschlossen, seine Heimspiele in das Estadio Municipal de Villa Ingenio zu verlegen, das sich in El Alto befindet, der zweitbevölkerungsreichsten Stadt des Landes. Dieses Stadion ist gleichzeitig das zweithöchste der Welt: Es liegt auf 4.150 Metern über dem Meeresspiegel und wird nur vom Daniel Alcides Carrión in Cerro de Pasco, Peru, auf 4.378 Metern übertroffen.
Natürlich garantiert das Spielen auf über 4.000 Metern Höhe nichts für die bolivianische Nationalmannschaft. Ihre Teilnahme an der letzten Copa América ließ zu wünschen übrig (letzter in ihrer Gruppe, und sie kassierte in drei Spielen zehn Tore), und auch ihre Situation in der Qualifikation ist nicht gerade optimal. Mit dem Wechsel ihres Trainers (Antonio Carlos Zago wurde zugunsten von Oscar Villegas entlassen) und der Optimierung bestimmter Details hofft Bolivien, seine Gegenwart zu verändern.
Der Präsident des bolivianischen Verbandes, Fernando Costa, erklärte, das Stadion befinde sich „in der Testphase“, um zu bestimmen, ob es zu einer dauerhaften Heimat werden kann. Die ersten Ergebnisse waren sehr positiv: Bolivien besiegte Venezuela mit 4:0, und mit diesen drei Punkten zog es in die Play-off-Position ein.
Quelle: AP News