Infineon stellte AURIX RC1 am 4. November 2026 als Automotive-Mikrocontrollerplattform auf Basis von RISC-V vor. Für die Softwareentwicklung steht laut Infineon bereits ein Virtual Prototype bereit; physische Muster plant das Unternehmen für die erste Hälfte 2027.
Eine Plattform für softwaredefinierte Fahrzeuge
AURIX RC1 soll Anwendungen in softwaredefinierten Fahrzeugen (SDV), in softwaredefinierten Systemen (SDX) und im Bereich Physical AI unterstützen. Infineon nennt als Einsatzgebiete unter anderem Zonensteuerung, Karosserie- und Fahrwerksfunktionen, Batteriemanagement, Antrieb, Fahrerassistenz, Cockpit und die Steuerung mehrerer Fahrzeugbereiche.
Ein Automotive-MCU ist ein Mikrocontroller für Aufgaben im Fahrzeug. RISC-V ist die offene Befehlssatzarchitektur, auf der AURIX RC1 basiert. Infineon positioniert die Plattform als skalierbare Familie, die verschiedene Steuerungs- und Rechenaufgaben abdecken soll.
Die genannten Funktionen hängen von Modell und Konfiguration ab
Infineon nennt für die Familie bis zu zwölf 32-Bit-Prozessorkerne, eine fortgeschrittene parallele Verarbeitungseinheit für Edge-KI und bis zu 40 MB integrierten Speicher. Das sind Höchstwerte für die Familie, keine Zusage, dass jedes einzelne Bauteil alle drei Merkmale in dieser Ausprägung bietet. Eine Produktlinie mit 64-Bit-Mikroprozessorfunktionalität ist geplant.
Zur Fahrzeugvernetzung führt Infineon CAN-XL, 10BASE-T1S und Multi-Gigabit-Ethernet auf. BRIGHTLANE-Ethernet-Switching und hardwarebeschleunigte Datenweiterleitung sind für einige Modelle vorgesehen. Die Softwareumgebung DRIVECORE soll Pakete für AUTOSAR, Open-Source-Software sowie funktionale Sicherheit und Cybersicherheit unterstützen. Infineon nennt außerdem KI-gestützte Werkzeuge zur Softwaremigration und virtuelles Prototyping.
Für Anwendungen bis ASIL D ausgelegt, verweist Infineon zudem auf ISO/SAE 21434 und den Cyber Resilience Act. Das beschreibt den von Infineon genannten Entwicklungsrahmen; für ein konkretes RC1-Bauteil nennt die Ankündigung keine abgeschlossene Zertifizierung.
Softwareentwicklung vor den physischen Mustern
Entwicklungsteams können laut Infineon den AURIX RC1 Virtual Prototype bereits für Softwarearbeiten nutzen, bevor die erste Hardware verfügbar ist. Das virtuelle Modell ist damit ein Entwicklungswerkzeug; die physischen Muster bleiben ein späterer Schritt im Zeitplan.
Infineon plant, das Konzept auf der electronica in München vom 10. bis 13. November 2026 zu zeigen. Muster sollen in der ersten Hälfte 2027 folgen.