Wenn man über die „achte Generation“ von Intel-Prozessoren spricht, denkt man automatisch an die beiden nächsten Architekturen des Unternehmens: Coffee Lake für den Desktop und Cannon Lake für den mobilen Bereich. Doch der Gigant aus Santa Clara überraschte viele mit der Ankündigung von vier neuen Core-i5- und Core-i7-Prozessoren unter der Bezeichnung „U“. Diese Chips haben doppelt so viele Kerne und Threads, basieren aber auf einer optimierten Version von Kaby Lake, was bestätigt, dass der Begriff „achte Generation“ auf mehrere Architekturen angewendet wird.
Die achte Generation von Intel-Prozessoren ist also da … wenn auch nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Man ist es gewohnt, Generationen mit jeder neuen Architektur zu verbinden, und genau das geschah, als Kaby Lake im Januar debütierte. Die neuesten Nachrichten aus Santa Clara bestätigen das Ende des Embargos für vier Chips: zwei Core i5 und zwei Core i7, alle unter der Bezeichnung „U“, mit einer TDP von 15 Watt und für den mobilen Bereich gedacht. Was ist neu? Um ehrlich zu sein: nicht viel. Wir sehen natürlich Verbesserungen bei den Spezifikationen, und sie sind sogar etwas günstiger als die Prozessoren, die sie ersetzen sollen, aber der Punkt ist, dass es hier keine überlegene Architektur gibt.
Die gute Nachricht ist, dass Intel die Herausforderung angenommen und sowohl die Anzahl der Kerne als auch der Threads erhöht hat. Die bisherigen Chips der U-Serie waren 2C/4T, jetzt aber schaffen sie den Sprung auf vier Kerne und acht Threads. Bei den Core i5 finden wir den i5-8250U und den i5-8350U. Die Basisfrequenz beträgt 1,6 bzw. 1,7 GHz, mit einem Turbo-Modus, der 3,6 bzw. 3,7 GHz erreicht. Dieser Turbo ist fest, das heißt, er bleibt über alle Kerne hinweg konstant, und der L3-Cache beträgt bei beiden Prozessoren 6 MB. Auf der Seite der Core i7 sehen wir den i7-8550U und den i7-8650U. Der L3-Cache steigt auf 8 MB, sie sind in der Basis mit 1,8 und 1,9 GHz etwas schneller, und der maximale Turbo (unter einem und zwei Kernen) liegt bei 4,0 und 4,2 GHz. Intel hat sich auch die Mühe gemacht, das Grafikmodul zu aktualisieren, das jetzt UHD 620 heißt und mit 4K-Video kompatibel ist.
Die Spezifikationen klingen ziemlich gut, und wir müssen die Herausforderung anerkennen, vier Kerne mit so extremen Turbo-Modi in einer TDP von 15 Watt unterzubringen. Allerdings ist seine Architektur eine Aktualisierung von Kaby Lake, oder „Kaby Lake Refresh“, daher hat Intel den Begriff „achte Generation“ effektiv verwässert. Dieser Ausdruck umfasst nun Kaby Lake Refresh (14nm+), Coffee Lake (14nm++) und Cannon Lake, das angeblich auf 10 Nanometer schrumpfen wird. Ein Namensalbtraum ohne Zweifel, aber wir können nicht viel mehr tun. Nun bleibt uns, auf AMDs Raven Ridge und ihre mobilen Varianten zu warten.