XeSS mit XMX läuft laut dem unabhängigen Projekt xess-xmx-linux in Windows-Spielen unter Proton, ist aber keine integrierte Proton-Funktion. Das Projekt verbindet Windows-XeSS-Bibliotheken über einen igdext64.dll-Shim mit einem gepatchten Mesa-ANV-Vulkan-Treiber. Dieser kompiliert die XeSS-Kernels mit dem Intel Graphics Compiler für XMX. Proton und vkd3d-proton selbst bleiben unverändert.

NeoTeo berichtete zuvor über Damian Tomczaks Vorschlag, XeSS XMX unter Proton nutzbar zu machen. xess-xmx-linux verfolgt einen eigenständigen Weg mit Shim und Mesa-Patch. Die Projekt-README beschreibt Voraussetzungen und Einschränkungen.

Welche Systeme das Projekt erfasst

Das Projekt richtet sich an Intel-Arc-Grafik mit XMX aus den Architekturen Xe-HPG, Xe2 und Xe3. Für die genannten Tests dient Arc B390 als Entwicklungshardware; Arc B580 und Arc A310 werden als Nutzertests aufgeführt.

BereichDokumentierte Voraussetzung oder Grenze
GPUIntel Arc mit XMX aus Xe-HPG, Xe2 oder Xe3; Entwicklung auf Arc B390, Nutzertests mit Arc B580 und Arc A310
Kernel-TreiberIntel xe oder i915
MesaGepatchtes Mesa 26.1.2 oder Mesa 26.3.0-rc3
Protonvkd3d-proton wie in Proton 11 beziehungsweise GE-Proton 11; entwickelt wurde auch mit GE-Proton 11-6 und Proton Experimental
SteamNativer Steam-Client; Flatpak Steam wird nicht unterstützt
Bibliotheken für bereitgestellte Treiberglibc 2.38 und libwayland-client 1.24 oder neuer
Abgrenzung bei GPUsXe-LPG, etwa in Meteor Lake, hat laut Projekt kein XMX. Lunar Lake und Arrow Lake-H wurden erkannt, aber nicht getestet.

Für Debian 13 und Ubuntu 24.04 nennt das Projekt einen selbst gebauten Treiber als Voraussetzung: Deren libwayland-client liegt laut README bei Version 1.23. Auch die getesteten GPUs sind nicht gleich breit belegt. Die Modelle B580 und A310 beruhen auf gemeldeten Nutzertests; daraus folgt keine Kompatibilitätszusage für jedes Gerät mit diesen Grafikarchitekturen.

Das Projekt weist außerdem auf Stolperstellen hin: Beim ersten Spielstart kann die Kernel-Kompilierung ein bis zwei Minuten dauern. Schlägt sie fehl, können Bildrauschen oder schwarze Bildbereiche auftreten. Lädt die Sitzung den gepatchten Treiber nicht, kann sie auf den Standardtreiber zurückfallen; XeSS nutzt dann möglicherweise wieder einen allgemeinen Pfad wie DP4a. Die Patches hängen zudem von internen Details in Mesa und vkd3d-proton ab.

Was die B390-Messungen zeigen

Das Projekt veröffentlichte für zwei Spiele jeweils einen Lauf auf einer Arc B390. Die Tabelle stellt die Bildraten der beiden Konfigurationen und die Ergebnisse mit 3× Frame Generation gegenüber.

SpielMesa 26.1.2 mit DP4a (fps)Mesa 26.3.0-rc3 mit XMX (fps)Mit Frame Generation 3× (fps)
Cyberpunk 207747,761,3117
Forza Horizon 6434698

Beim Wechsel von DP4a zu XMX ändert sich zugleich die Mesa-Version. Das Projekt führt den größten Teil des Unterschieds auf Jay zurück, ein neueres Compiler-Backend in Mesa, und schätzt den Vorteil von XMX allein gegenüber DP4a in beiden Spielen auf etwa 5 Prozent. Für Forza Horizon 6 nennt es zusätzlich GPU-Bildraten von 47,3 gegenüber 55,0 fps; die geringere Steigerung der Spielrate erklärt das Projekt mit einer Begrenzung durch den Render-Thread.

Das Projekt dokumentiert außerdem XMX-Multiplikatoren von 2×, 3× und 4× für Frame Generation. Die Stufen 5× bis 8× bezeichnet es als experimentell und von Intel nicht unterstützt; 7× und 8× erhöhen die Latenz deutlich. Bei Spielen mit FSR 3.1 oder neuer kann die Einstellung FSR=xess die Hochskalierung und Frame Generation auf XeSS umleiten. Laut Projekt kann dieser Weg stärker flimmern als die XeSS-Implementierung eines Spiels.

Was die MSI-Claw-Demo zeigt

Englischsprachige Demo von ETA PRIME: ClawDeck-Einstellungen und Gameplay auf der MSI Claw 8 EX

ETA PRIME zeigt XeSS XMX und Frame Generation auf einer MSI Claw 8 EX mit Arc G3 Extreme beziehungsweise Arc B390 bei einer Leistungsaufnahme-Einstellung von 30 W. Im ClawDeck-Menü sind Optionen für den XMX-Override, Frame-Generation-Multiplikatoren und Xe Low Latency zu sehen. Das Video zeigt außerdem Gameplay unter anderem aus Cyberpunk 2077 und Forza Horizon 6; die Projektmesswerte stammen davon unabhängig aus der README.