Wenn du Gesundheitsdaten in einen KI-Chat eingibst, können Modelltraining, Speicherung, Sicherheitsprüfung und Löschen unterschiedlichen Regeln folgen. Die US-Verbraucherrichtlinien von ChatGPT, Gemini und Claude setzen dabei verschiedene Fristen und Ausnahmen. Ein Trainings-Widerspruch löscht einen Chat nicht automatisch und schließt eine Sicherheitsprüfung nicht in jedem Fall aus.

Teile möglichst nur die Gesundheitsangaben, die für deine Frage nötig sind, und lass Namen oder andere direkte Kennungen weg.

Was mit Gesundheitsangaben in normalen Chats passiert

Ein Prompt mit Beschwerden, Laborwerten oder Medikamenten ist Inhalt eines Chats. Ob der Anbieter ihn zum Verbessern seiner Modelle verwenden darf, wie lange er gespeichert wird und ob er für Sicherheitszwecke geprüft werden kann, sind getrennte Fragen. Die Richtlinien von OpenAI, Google und Anthropic beschreiben jeweils die US-Verbraucherkonten der Anbieter.

Bei OpenAI können berechtigte Nutzerinnen und Nutzer privater Konten die Verwendung ihrer Inhalte zur Modellverbesserung steuern. Das löscht bestehende Chats nicht. Temporäre Chats erscheinen laut US-Datenschutzerklärung von OpenAI nicht im Verlauf und werden nicht zur Modellverbesserung genutzt; sie werden innerhalb von 30 Tagen gelöscht. Sicherheits- oder rechtliche Gründe können eine längere Aufbewahrung erfordern.

Bei Google verhindert „Keep Activity“ in der ausgeschalteten Einstellung die Verwendung künftiger Chats zum Training von Google-KI, sofern du kein Feedback einreichst. Auch temporäre Chats werden nicht zum Training verwendet. Google hält sie dennoch 72 Stunden für den Betrieb und Sicherheitszwecke vor; eine menschliche Prüfung kann dabei der Sicherheit dienen. Ist „Keep Activity“ eingeschaltet, können Chats zur Verbesserung von Google-Diensten und generativen KI-Modellen genutzt werden. Die automatische Löschung ist standardmäßig auf 18 Monate eingestellt und lässt sich auf drei oder 36 Monate sowie auf unbegrenzte Dauer ändern. Von Menschen geprüfte Inhalte können nach der Trennung vom Konto bis zu drei Jahre gespeichert bleiben. Diese Bedingungen nennt der Gemini-Datenschutzhub.

Anthropic kann Eingaben und Ausgaben aus Claude-Verbraucherkonten nach eigenen Angaben für das Training und die Verbesserung von Modellen verwenden, sofern Nutzerinnen und Nutzer nicht widersprechen. Sicherheitsmarkierte oder ausdrücklich gemeldete Inhalte können weiterhin zur sicherheitsbezogenen Modellverbesserung dienen. Die Datenschutzerklärung für Claude und Anthropics Änderung der Verbraucherbedingungen nennen fünf Jahre Aufbewahrung, wenn Training erlaubt ist, und 30 Tage, wenn Nutzerinnen und Nutzer es ablehnen. Für kommerzielle Angebote und die API gelten andere Bedingungen.

Die Unterschiede zwischen ChatGPT, Gemini und Claude

DienstNutzung zur ModellverbesserungAufbewahrung und Sicherheitsprüfung
ChatGPT, privates KontoBerechtigte Konten können die Modellverbesserung steuern.Die Einstellung löscht keine Chats. Temporäre Chats werden innerhalb von 30 Tagen gelöscht; Sicherheits- oder Rechtsgründe können eine längere Speicherung erfordern.
Gemini AppsBei ausgeschaltetem „Keep Activity“ oder temporären Chats kein Training mit künftigen Chats, außer nach Feedback. Bei eingeschalteter Aktivität ist Modellverbesserung möglich.Bei ausgeschalteter Aktivität oder temporären Chats 72 Stunden Aufbewahrung; Sicherheitsprüfungen können weiter stattfinden. Bei eingeschalteter Aktivität standardmäßig automatische Löschung nach 18 Monaten; geprüfte Inhalte können bis zu drei Jahre nach ihrer Trennung vom Konto bleiben.
Claude, VerbraucherkontoEingaben und Ausgaben können zum Training dienen, sofern Nutzerinnen und Nutzer nicht widersprechen; für sicherheitsmarkierte oder gemeldete Inhalte gelten Ausnahmen.Anthropic nennt 30 Tage ohne Trainingserlaubnis und fünf Jahre mit Trainingserlaubnis.

Die Zahlen und Einstellungen beziehen sich auf die jeweiligen US-Verbraucherbedingungen. Sie sind keine einheitliche Zusage für alle Kontotypen oder Länder. Vor allem bedeutet „nicht fürs Training“ nicht automatisch „gelöscht“: Bei Gemini bleibt etwa die 72-Stunden-Aufbewahrung bestehen, und OpenAI behandelt den Trainingsschalter getrennt vom Löschen.

Für Gesundheitsfunktionen von OpenAI gelten eigene Bedingungen

ChatGPT Health und Connect Health fallen unter eine separate Datenschutzerklärung für Gesundheitsfunktionen. Sie umfasst unter anderem verbundene Krankenakten, Labor- und Testergebnisse, Verschreibungen, Apple-Health-Daten sowie Gesundheitsangaben in entsprechenden Gesprächen. OpenAI erklärt, dass diese bezeichneten Daten standardmäßig nicht zur Verbesserung grundlegender Modelle verwendet werden. Begrenzt befugtes Personal und vertrauenswürdige Dienstleister können Gesundheitsdaten für Sicherheitszwecke einsehen, sofern Nutzerinnen und Nutzer dem nicht widersprechen.

Diese Regeln betreffen die genannten Gesundheitsfunktionen. Für gewöhnliche ChatGPT-Gespräche gelten die allgemeinen Kontoeinstellungen und die US-Datenschutzerklärung von OpenAI.

Was HIPAA und die FTC-Regel in den USA abdecken

HIPAA schützt Gesundheitsdaten nicht allein deshalb, weil sie sensibel sind. Das US-Gesetz gilt für bestimmte erfasste Einrichtungen und deren Geschäftspartner. Nach den Hinweisen des US-Gesundheitsministeriums zu Gesundheits-Apps greift HIPAA nicht automatisch, wenn eine Person Informationen an eine eigenständige App übermittelt, die weder eine erfasste Einrichtung noch deren Geschäftspartner ist. Arbeitet ein Dienst im Auftrag einer solchen Einrichtung und verarbeitet geschützte Gesundheitsinformationen für sie, kann die Einordnung anders ausfallen.

Auch die FTC Health Breach Notification Rule ist keine pauschale Datenschutzregel für jeden Chatbot. Sie gilt für bestimmte Anbieter persönlicher Gesundheitsakten, zugehörige Unternehmen und Dienstleister außerhalb von HIPAA, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine persönliche Gesundheitsakte muss technisch in der Lage sein, identifizierbare Gesundheitsdaten aus mehreren Quellen zusammenzuführen und hauptsächlich von oder für die betreffende Person verwaltet, geteilt und kontrolliert werden. Die Regel verlangt unter bestimmten Voraussetzungen eine Benachrichtigung über Datenschutzverletzungen mit ungesicherten, identifizierbaren Gesundheitsdaten. Die Regel im US-Bundesrecht legt diese Kriterien fest.

Für Deutschland rät der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in seiner FAQ zu Meta AI, keine persönlichen und besonders keine sensiblen Angaben wie Gesundheitsdaten in Anfragen an diesen Assistenten einzugeben. Die Behörde erklärt, dass Inhalte solcher Anfragen verarbeitet und gespeichert werden. Dieser Hinweis des BfDI zu Meta AI bezieht sich auf Meta AI.

Welche Einstellungen vor dem Teilen wichtig sind

  • Prüfe beim konkreten Dienst die Einstellung für Modellverbesserung und Aktivität. Sie steuert nicht automatisch Verlauf, Löschung oder Sicherheitsprüfung.
  • Nutze eine temporäre Chatfunktion, wenn du den Verlauf vermeiden möchtest, und beachte die jeweils genannte Aufbewahrungsfrist.
  • Lass Namen, Kontonummern und andere direkte Kennungen weg, wenn sie für die Frage nicht nötig sind. Trenne außerdem nicht benötigte verbundene Gesundheits-Apps.

Diese Schritte begrenzen, welche Angaben du teilst. Sie ändern jedoch nicht die Sicherheits- und Aufbewahrungsausnahmen, die ein Anbieter in seinen Bedingungen nennt.