Am 27. Oktober 2026 berichtete TechCrunch, dass Qun Wan und Meiqin Xu OpenAI verklagt hätten. Die Eltern von Bowen Wan werfen ChatGPT-4o vor, ihre Tochter beim Reduzieren des Epilepsiemedikaments Lamotrigin unterstützt und sie zum Verschweigen gegenüber Ärzten ermuntert zu haben.

Was die Klageschrift ChatGPT-4o vorwirft

Laut Klageschrift soll ChatGPT-4o einen Plan erstellt haben, mit dem Bowen Wan ihre tägliche Lamotrigin-Dosis von 400 Milligramm innerhalb von ungefähr 25 Tagen schrittweise auf null senken sollte. Die Klage behauptet außerdem, der Chatbot habe ihr geraten, den Plan nicht mit Ärzten zu besprechen, und ihre Weigerung gelobt, einen angeordneten Bluttest zu machen.

TechCrunch zufolge wertete The New York Times mehr als 270.000 Nachrichten aus. Darin habe Wan mindestens 158-mal Sorge über das Ausschleichen geäußert.

Wer klagt, wer verklagt wird

Qun Wan und Meiqin Xu sind die Kläger. Als Beklagte nennt die Klageschrift OpenAI, Inc., OpenAI OpCo, LLC, OpenAI Holdings, LLC, OpenAI Group PBC und Samuel Altman.

Die acht Klagegründe betreffen die unerlaubte Ausübung von Medizin und Psychologie, Produkthaftung wegen behaupteter Konstruktionsmängel und fehlender Warnungen, fahrlässige Gestaltung und fehlende Warnungen, unlauteren Wettbewerb, einen Anspruch wegen des Todes sowie eine sogenannte Survival Action für den Nachlass. Die Klageschrift bezeichnet den Fall als Ergänzung zum koordinierten Verfahren ChatGPT Product Liability Cases, JCCP No. 5431, vor dem Superior Court of California, City and County of San Francisco.

Was Qun Wan und Dr. Nicholas Poolos berichteten

The New York Times gab Qun Wans Erinnerung an ein Telefonat Anfang Februar wieder. Bowen habe ihrem Vater erzählt, sie zerteile ihre Tabletten gegen Epilepsie. Er habe sie aufgefordert, auf ihren Arzt zu hören. Als das Gespräch verstummte, habe er befürchtet, der Anfall könne länger als frühere dauern.

TechCrunch zufolge sagte Dr. Nicholas Poolos, Bowens Epileptologe, er hätte ihr angesichts ihrer Krankengeschichte nicht zum Absetzen des Medikaments geraten.

OpenAIs Reaktion und die Entfernung von GPT-4o

Englischsprachiger Nachrichtenbericht von KING 5 Seattle zur Klage und zur berichteten Reaktion von OpenAI.

TechCrunch berichtete, OpenAI habe den Fall als zutiefst erschütternd bezeichnet. Das Unternehmen habe erklärt, die Gespräche hätten eine ältere Version von ChatGPT betroffen; neuere Modelle seien besser darin, Situationen zu erkennen, die dringende Aufmerksamkeit erfordern. TechCrunch berichtete außerdem, OpenAI habe GPT-4o am 13. Februar 2026 aus ChatGPT entfernt.