JR Raphaels Praxistest fiel gemischt aus: Das von Lenovo bereitgestellte Googlebook überzeugte ihn mit Gehäuse, Tastatur, Trackpad und Lautsprechern. Bei der Bedienung am Schreibtisch und mehreren Arbeits-Apps stieß er jedoch auf konkrete Hürden. Für seine Arbeit war das Gerät noch kein überzeugender Ersatz für ein Chromebook oder einen anderen Laptop.

Der Desktop fühlt sich anders an

Computerworld veröffentlichte Raphaels Test am 20. Oktober 2026. Er beschrieb Googlebook OS als Android-System mit Elementen, die das Arbeiten am Laptop erleichtern sollen. Google erklärte gegenüber Computerworld, das System verbinde Android mit Desktop-Grundlagen aus ChromeOS. Der Chrome-Browser biete die vollständige Desktop-Version.

Trotzdem fühlte sich der Wechsel für Raphael ungewohnt an. Die Uhr sitzt links oben, und viele Tastenkürzel unterscheiden sich von denen in ChromeOS. Der anpassbare Desktop mit Android-Widgets gefiel ihm dagegen: Nutzer können Verknüpfungen und Widgets frei anordnen.

Auch die Google-Apps verhielten sich unterschiedlich. Google Calendar öffnete sich laut Raphael in einer App-Hülle um die Website; daneben ließ sich ein Android-Widget verwenden. Bei Gmail und Drive fand er diese Kombination aus Webversion und Widget nicht.

Bei Arbeits-Apps traten konkrete Probleme auf

Während Raphael mit fünf oder sechs Tabs in Google Docs arbeitete, wurden einzelne Tabs gelegentlich kurz leer und erschienen dann wieder. Bei Superhuman meldete die Erweiterungs-abhängige Webversion Fehler; die Android-App wirkte für Maus und Tastatur wenig geeignet. Die Notion-App empfand Raphael auf dem Laptop als eingeschränkter als die Webversion. Auch die Installation der Notion- und Slack-Web-Apps schlug auf seinem Gerät fehl. Vivaldi ließ sich öffnen, zeigte beim Laden von Websites aber Fehler.

Das sind Beobachtungen aus Raphaels Test des Lenovo-Leihgeräts. Sie beschreiben nicht automatisch, wie jede Googlebook-Konfiguration oder jede App funktioniert.

Google setzt laut einem Sprecher nicht auf Windows-Emulation oder ältere PC-Software-Schichten, um Programme für Googlebook verfügbar zu machen. Das ist für Arbeitsplätze relevant, an denen bestimmte Windows-Anwendungen vorausgesetzt werden. Raphael verwies außerdem darauf, dass Linux-Apps auf ChromeOS für manche Nutzer und Unternehmen Funktionslücken geschlossen hätten; dort gab es für bestimmte geschäftliche Anforderungen auch Windows-App-Schichten.

Die Android-Verbindung hilft bei Dateien und Benachrichtigungen

Nach der Kopplung mit einem Android-Smartphone zeigte die Files-App auf Raphaels Lenovo die Dateien des Telefons an. Dateien ließen sich in seinem Test jedoch nicht direkt per Ziehen und Ablegen in einen ausgewählten lokalen Ordner oder einen Google-Drive-Ordner verschieben.

Benachrichtigungen des Telefons erschienen auf dem Laptop, und Raphael konnte die jeweils verfügbaren Aktionen dort ausführen. Beim Streamen von Authy erhielt er dagegen eine Fehlermeldung; Google Wallet blieb beim Laden hängen. So erwies sich die Benachrichtigungsanzeige als nützliche Verbindung, während der Zugriff auf einzelne Apps in seinem Test Grenzen hatte.

Raphael bewertete auch die KI-Funktionen nach ihrem praktischen Nutzen. Magic Pointer ruft Gemini auf, um Inhalte auf dem Bildschirm zu bearbeiten oder zu besprechen; bei Aktionen auf Grundlage solcher Inhalte schwankte die Genauigkeit in seinem Test. Rambler funktionierte, überarbeitet gesprochene Eingaben aber, statt sie wortgetreu zu diktieren.

Googles Linux-Vorschau bietet zunächst ein Terminal

In einem Beitrag vom 12. Oktober 2026 beschrieb Google eine Vorschau mit einer Debian-Linux-VM. Sie enthält Kommandozeilenwerkzeuge wie apt, git und ssh sowie Compiler und Laufzeitumgebungen. Die VM kann localhost-Ports an den Browser des Hostsystems weiterleiten; Nutzer können ihr Arbeitsspeicher zuweisen und müssen Verzeichnisse ausdrücklich für den Zugriff freigeben. Terminalbefehle laufen innerhalb der VM, die sich mit einem Klick zurücksetzen lässt. Linux-Dateien können in der Files-App von Googlebook erscheinen.

Linux-GUI-Apps mit Einbindung in den App-Launcher führte Google in diesem Beitrag als Roadmap-Thema auf. Die beschriebene Vorschau konzentrierte sich damit auf Kommandozeilenarbeit, Entwicklung und Skripte, nicht auf eine integrierte Linux-Desktopoberfläche.

Deutsche Lenovo-Konfigurationen und Preise

Googles deutscher Shop listete am 21. Oktober 2026 zwei Lenovo Googlebook 15-Konfigurationen. Beide haben einen Intel Core Ultra 5 und 16 GB Arbeitsspeicher; sie unterscheiden sich beim Speicherplatz und beim angezeigten Preis inklusive Mehrwertsteuer.

KonfigurationProzessorArbeitsspeicherSpeicherPreis inklusive MwSt.
Lenovo Googlebook 15Intel Core Ultra 516 GB256 GB1.299 €
Lenovo Googlebook 15Intel Core Ultra 516 GB512 GB1.379 €

Für beide deutschen Konfigurationen nennt Google außerdem ein 15,3-Zoll-OLED-Touchdisplay mit 2,8K-Auflösung und ein Gewicht von 1,29 kg. Die angegebene Akkulaufzeit beträgt bis zu 13 Stunden beim Websurfen in kontrollierten Tests; die tatsächliche Laufzeit kann variieren. Diese Angaben beziehen sich auf die im deutschen Shop gelisteten Varianten, nicht auf die von Raphael getestete Leihgabe.

Raphaels Test zeigt den konkreten Zielkonflikt: Die Hardware und die Verbindung zu einem Android-Smartphone überzeugten ihn, doch die beobachteten App-Probleme und der ungewohnte Desktop machten das Lenovo Googlebook für seine produktive Arbeit noch nicht zu einem überzeugenden Laptop-Ersatz.