Das Lenovo Googlebook 15 verbindet ein großes OLED-Display mit Android-Funktionen für den Laptop-Alltag. Im Test von Tom’s Guide maß Arif Bacchus 10 Stunden und 25 Minuten Akkulaufzeit – beim Surfen mit festgelegter Helligkeit und bis zum Abschalten. Dazu kamen Probleme mit einzelnen Apps. Für Android-Nutzer kann das Gerät interessant sein; wer auf verlässliche App-Kompatibilität angewiesen ist, sollte die Einschränkungen mitdenken.

Nach dem Überblick zum Googlebook-Start in Deutschland steht hier das Lenovo-Modell im Mittelpunkt.

Was das Testgerät mitbringt

Chrome Unboxed zeigt im englischsprachigen Unboxing das Lenovo Googlebook 15, seine Anschlüsse und den ersten Start von Googlebook OS.

Tom’s Guide prüfte eine Konfiguration mit Intel Core Ultra 5 325, 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB Speicherplatz. Als Einstiegskonfiguration nannte der Test dieselbe Prozessor- und Arbeitsspeicherausstattung mit 256 GB Speicher. Das 15,3 Zoll große OLED-Touchdisplay löst mit 2.880 × 1.800 Pixeln auf.

Chrome, geteilte Tabellen und Android-Apps wie Firefox, Telegram und Instagram gehörten zu Bacchus’ beschriebenem Alltag. Die Ausstattung richtet sich damit nicht nur an Nutzer, die ein Notebook als Browser-Terminal verwenden: Der Touchscreen und die Android-Anbindung sollen auch Apps und Medien auf dem großen Display nutzbar machen.

OLED mit hohen Messwerten, aber nicht einheitlicher Wahrnehmung

Arif Bacchus maß für das Display 451,8 Nits im SDR-Betrieb und eine HDR-Spitzenhelligkeit von 1.009 Nits. Die Farbmessung ergab eine Abdeckung von 112,8 Prozent des sRGB-Farbraums und 79,9 Prozent von DCI-P3; der Delta-E-Wert lag bei 0,21. Delta E beschreibt, wie stark dargestellte Farben von ihren Sollwerten abweichen. Tom’s Guide veröffentlichte die Messwerte zusammen mit Bacchus’ Test.

Bei der Darstellung schwarzer Bildbereiche beschrieb Bacchus tiefe Schwarztöne. Ein Besitzer, u/DisappointingReal1ty, berichtete dagegen von einem grauen Leuchten statt schwarzer OLED-Flächen. Das sind unterschiedliche Eindrücke einzelner Nutzer: Der eine Bericht ersetzt keine Messung und macht aus dem anderen keine Garantie für jedes Gerät. u/DisappointingReal1ty schilderte seine Beobachtung im Googlebook-Forum.

Auch bei der Rechenleistung liefert der Test einen konkreten Anhaltspunkt: Im Geekbench-6-Lauf erreichte das Lenovo 2.463 Punkte im Einzelkern- und 9.956 Punkte im Mehrkern-Test. Zum Vergleich lagen das MacBook Air 15-inch M5 bei 4.191 und 17.276 Punkten, das Samsung Galaxy Book 6 Pro bei 2.938 und 17.162 Punkten. Das Lenovo Chromebook Plus 14 Gen 10 kam auf 2.461 und 7.628 Punkte. Diese Werte stammen aus Tom’s Guides Testtabelle; sie ordnen die Prozessorleistung in diesem Benchmark ein, ersetzen aber keinen Vergleich der jeweiligen Apps und Betriebssysteme.

Akkutest: 10 Stunden und 25 Minuten

Bacchus’ Testgerät hielt 10 Stunden und 25 Minuten durch, während es bei 150 Nits Helligkeit 30 Webseiten aufrief und bis zum Abschalten weiterbrows­te. In einem getrennten Alltagsszenario startete sein Gerät um 9:30 Uhr mit vollem Akku und zeigte um 14:30 Uhr noch 43 Prozent an; die Helligkeit lag dabei bei 79 Prozent. Das sind zwei verschiedene Beobachtungen mit unterschiedlichen Bedingungen, keine einheitliche Laufzeitangabe. Tom’s Guide beschreibt den Testaufbau und beide Ergebnisse.

Android-Anbindung braucht Android 17 oder neuer

Lenovo nennt für die beschriebenen Smartphone-Funktionen die Einrichtung und ein unterstütztes Android-Gerät mit Android 17 oder neuer als Voraussetzung. Lenovos Produktseite führt diese Bedingungen für die Telefonfunktionen auf. Bacchus testete die Verbindung mit einem Pixel 9 Pro XL und nutzte unter anderem App-Streaming, Dateiübertragungen und das Fortsetzen von Webseiten.

Die Anbindung bedeutet allerdings nicht, dass Videoanrufe zwischen Geräten weitergereicht werden können. Google-Vertreter Mishaal Rahman erklärte in einem Reddit-AMA, Googlebook unterstütze Call Casting damals nicht. Gemeint ist das Übertragen eines laufenden Videoanrufs zwischen Geräten; Rahman stellte klar, dass eine Benachrichtigung den Eindruck dieser Funktion nicht hätte erwecken sollen. Rahmans Erklärung steht im AMA.

App-Unterstützung bleibt ein praktischer Knackpunkt

Bacchus berichtete, dass einige gestreamte Smartphone-Apps auf seinem Gerät schlecht skalierten, ruckelten oder abstürzten. Microsoft Edge ließ sich auf dem getesteten Intel-Modell zwar herunterladen, startete anschließend aber nicht. Auch Call of Duty: Mobile, PUBG Mobile und Fortnite waren laut seinem Test auf diesem Gerät nicht im Google Play Store verfügbar. Das sind Befunde aus seiner konkreten Konfiguration, keine allgemeine Kompatibilitätsregel für alle Googlebook-Geräte. Tom’s Guide beschreibt die App-Erfahrungen im Test.

Bei den Gemini-Funktionen nennt Bacchus Magic Pointer, Rambler, Gemini Notebook und optionale KI-Beschreibungen in der Dateien-App. Magic Pointer und Rambler ließen sich laut seinem Bericht deaktivieren; Gemini Personal Intelligence musste bei der Einrichtung nicht verknüpft werden. Das gibt Nutzern Spielraum bei der Einrichtung, ersetzt aber nicht die Prüfung, ob die benötigten Apps auf Googlebook OS laufen.

Was Besitzer zusätzlich berichten

Ein Besitzer mit dem Nutzernamen u/oxeneers berichtete, lokale Next.js-Server sowie Claude Code und Heroku CLI genutzt zu haben. Die Einrichtung der Debian-Umgebung habe zusätzliche Schritte erfordert; Codex sei in seinem Setup nicht unterstützt gewesen. Ein anderer Besitzer berichtete, dass eine Terminal-Sitzung bei paralleler Hintergrundarbeit geschlossen wurde. Das sind individuelle Nutzungserfahrungen, keine Zusage für einen bestimmten Entwicklungsworkflow. u/oxeneers beschrieb seinen Einsatz im Googlebook-Forum; der technische Erfahrungsbericht schildert die Terminal-Probleme.

Im selben Forum lobte u/LtMilo die griffige Tastatur und das haptische Trackpad, hörte die Lüfter aber in einem ruhigen Raum. Für die Terminal-Eingabe bestätigte u/oxeneers außerdem die Tastenkombination Strg+Umschalt+V zum Einfügen.

Das Lenovo Googlebook 15 passt damit am ehesten zu Nutzern, die ein großes OLED-Display und die Verbindung zu einem unterstützten Android-Smartphone schätzen. Wer auf bestimmte Apps, Spiele oder einen unkomplizierten Linux-Workflow angewiesen ist, sollte die konkret berichteten Einschränkungen stärker gewichten als die Benchmarkwerte.