Das Lenovo Googlebook 15 bietet einen hochauflösenden OLED-Touchscreen und ordentliche Ausstattung, doch im Alltagstest von PCWorld-Redakteur Mark Hachman trübten eine unbequeme Tastatur, schwankende Browserleistung und eine kurze Laufzeit den Gesamteindruck. Hachman hielt den Laptop zu dem von ihm angesetzten US-Preis für keinen guten Kauf. Wer viel schreibt oder lange ohne Steckdose arbeitet, sollte diese Kritik besonders ernst nehmen.
Die getestete Konfiguration
PCWorld prüfte ein Lenovo Googlebook 15 mit Intel Core Ultra 5 325, 16 GB Arbeitsspeicher und 512-GB-SSD. Das 15,3-Zoll-OLED-Display bietet eine Auflösung von 2.880 × 1.800 Pixeln und eine Bildwiederholrate von 120 Hz.
| Komponente | Konfiguration des getesteten Geräts |
| Prozessor | Intel Core Ultra 5 325 |
| Grafik | Intel Graphics |
| Arbeitsspeicher | 16 GB LPDDR5X |
| Speicher | 512 GB PCIe Gen 4 SSD |
| Display | 15,3 Zoll, OLED-Touchscreen, 2.880 × 1.800 Pixel, 120 Hz, bis zu 500 Nits |
| Akku | 70 Wh |
| Anschlüsse | Zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse, HDMI 2.0, USB-A mit bis zu 10 Gbit/s, 3,5-mm-Klinkenanschluss |
| Funk | Wi-Fi 7 2×2, Bluetooth 6.0 |
Tastatur und Display im Alltag
Die Tastatur war für Hachman der größte Haken: Er fand sie so unangenehm, dass er den Testbericht nicht mehr auf dem Laptop weiterschreiben wollte. Beim Drücken gab die Mitte der Tastaturablage etwas nach, was laut seiner Beobachtung das Tippen selbst nicht beeinträchtigte. Auch die Gesichtserkennung funktionierte bei ihm nicht zuverlässig. Im Browser reagierte das Gerät mitunter verzögert, etwa beim Abtrennen von Tabs; gelegentlich erschien zudem eine Aufforderung, Chrome neu zu starten.
Das OLED-Display gefiel Hachman bei bewegten Bildern. Ein einfaches Messgerät zeigte 466 Nits, während Lenovo für das Panel bis zu 500 Nits angibt. Auf manchen grauen Hintergründen bemerkte der Redakteur ein leichtes Sprenkeln. Die Lautsprecher gaben Filme und Videos klar und kräftig wieder; bei Musik fehlte ihm teilweise die Trennung zwischen den Klängen. Das haptische Trackpad funktionierte, fühlte sich für ihn aber wenig überzeugend an.
Browserleistung und Akkulaufzeit
PCWorld konnte seine üblichen ausführbaren Benchmarkprogramme unter Googlebook OS nicht einsetzen und nutzte stattdessen Tests im Browser sowie PCMark Android. Je nach Browser-Benchmark fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus: In einigen Tests lagen Lenovo und Acer nah beieinander, bei WebXPRT gab es kaum Unterschiede zwischen den verglichenen Geräten.
Im PCMark-Android-Akkutest hielt das Lenovo Googlebook 15 5 Stunden und 26 Minuten durch. Hachman wies darauf hin, dass dieser Test nicht direkt mit dem Windows-Akkutest von PCWorld vergleichbar ist. Lenovo gab für den Laptop eine maximale Laufzeit von bis zu 12,5 Stunden an. Der Testwert und die Herstellerangabe beschreiben unterschiedliche Messkontexte.
Als Alternative erwähnte Hachman das ältere Asus Chromebook Plus CX34: Bei seiner alltäglichen Nutzung wirkte es auf ihn flotter, und seine Tastatur gefiel ihm besser. Das war sein persönlicher Eindruck, kein kontrollierter Vergleich unter gleichen Bedingungen.
Verbindung mit dem Smartphone und Linux-Nutzung
Für die Smartphone-Funktionen verband Hachman das Lenovo Googlebook 15 mit einem Google Pixel 10 Pro XL mit Android 17. Die Geräte mussten nah beieinander sein, Bluetooth und dasselbe WLAN nutzen; außerdem mussten die Dienste für verbundene Geräte aktiviert sein. Mit Cast My Apps lassen sich Smartphone-Apps auf dem Laptop öffnen, während Continue On Aufgaben wie das Surfen im Web fortsetzt. In Hachmans Test erschienen beide Funktionen in einem gemeinsamen Fenster im Querformat. Spiele liefen darin ruckelig und wurden schlecht dargestellt.
Einzelne Besitzer berichten auch von Linux-Arbeit in der Debian-Umgebung des x86-Laptops. Sie nutzten unter anderem Python, git und SSH und starteten lokale Next.js-Server. Zugleich schilderten sie Einrichtungsaufwand und Terminal-Sitzungen, die beim Arbeiten im Hintergrund geschlossen wurden; ein Nutzer musste dafür tmux konfigurieren. Diese Berichte zeigen konkrete Anwendungsfälle, sind aber keine allgemeine Kompatibilitätszusage.
Was Besitzer über das OLED-Display berichten
Einige Besitzer meldeten graue oder aufgehellte OLED-Schwarzbereiche, während andere den Effekt nach eigener Aussage nicht bemerkten. Google-Vertreter Mishaal Rahman sagte in einer Diskussion, das Entwicklerteam habe die Ursache gefunden und arbeite an einer Korrektur.
Für Nutzer, die vor allem Filme ansehen oder Android-Apps mit einem großen Display nutzen möchten, sprechen die Bildschirmdaten und die getestete Smartphone-Anbindung für das Gerät. Wer viel tippt, auf verlässliche Gesichtserkennung angewiesen ist oder lange Akkulaufzeit erwartet, muss dagegen Hachmans konkrete Alltagseinwände berücksichtigen.