Am 21. September 2026 haben LG und Microsoft ihre Zusammenarbeit nach einem Treffen von LG-Chairman Koo Kwang-mo und Microsoft-Chairman und CEO Satya Nadella in Redmond ausgeweitet. Der neue Rahmen umfasst KI-Infrastruktur für Rechenzentren, Arbeitsplatz-KI und physische KI. Parallel wurden LG Electronics und LG Energy Solution in getrennten Kategorien von Nvidias Programm DSX Ready genannt.
Was LG und Microsoft vereinbart haben
Der Rahmen zielt auf mehrere Bausteine: LG soll mögliche Lösungen für Hochleistungskühlung, Stromversorgung und IT-Systeme für Microsofts weltweites Rechenzentrumsnetz prüfen. Hinzu kommen vorgefertigte modulare Rechenzentren, die sich aus standardisierten Einheiten aufbauen und erweitern lassen.
Für die Büroarbeitsplätze von LG sind Microsoft Copilot und Microsoft 365 E7: The Frontier Suite vorgesehen. Im Bereich der physischen KI sollen Microsofts Cloud-Ressourcen das Training von Modellen für Fertigung, Logistik und Mobilität unterstützen. Dabei sollen Industriedaten über einen sogenannten „Data Flywheel“ wieder in das Modelltraining einfließen.
| Bereich | Beschriebene Aktivität | Anwendungsfeld |
| KI-Rechenzentren | Hochleistungskühlung, Strom- und IT-Systeme sowie modulare Rechenzentren | Infrastruktur für KI-Rechenzentren |
| Arbeitsplatz-KI | Einsatz von Microsoft Copilot und Microsoft 365 E7: The Frontier Suite | Globale Büroarbeitsplätze von LG |
| Physische KI | Training industrieller KI-Modelle über Microsofts Cloud-Infrastruktur | Fertigung, Logistik und Mobilität |
Die Verbindung zu Nvidia DSX Ready
Nvidia beschreibt DSX Ready als ein Qualifizierungsprogramm für Produkte und Lösungen, die Anforderungen von Nvidia-Referenzdesigns für KI-Fabriken erfüllen. Ein solches Programm ordnet kompatible Infrastrukturkomponenten in den technischen Rahmen dieser Referenzdesigns ein.
Für die beiden LG-Töchter wurden unterschiedliche Kategorien genannt: LG Electronics für Kühlmittelverteilereinheiten und LG Energy Solution für Batteriespeichersysteme. Nvidia nennt Batteriespeicher als Infrastruktur, die Energie speichern und abgeben kann, um schnelle Lastwechsel, Netzstörungen und den Bedarf von KI-Rechenzentren zu bewältigen.
Die im Zusammenhang mit LG Electronics genannte Kühlmittelverteilereinheit ist mit 2,5 MW angegeben. Dieser Wert bezieht sich auf dieses abgebildete Produkt.
Ein strategischer Schritt, aber kein benannter Microsoft-Auftrag
Die aktuelle Vereinbarung erweitert LGs Rolle rund um KI-Infrastruktur über einzelne Produktbereiche hinaus. Der Konzern verbindet dabei seine Tochtergesellschaften: LG Electronics steht für Kühlsysteme, LG Energy Solution für Batteriespeicher, während LG CNS und LG Uplus Datenzentrums- und IT-Kompetenzen beitragen.
Für die Microsoft-Kooperation wurden keine Bestellungen, Projektstandorte, Liefermengen oder Vertragswerte bekannt gegeben. Der Rahmen beschreibt damit eine künftige Zusammenarbeit und keinen benannten Ausrüstungsauftrag von Microsoft.
Die Beziehung reicht bis zu einer Vereinbarung vom Januar 2019 zurück, die Azure- und KI-Technologien für Fahrzeugkomponenten und Infotainment betraf. Im Dezember 2025 präsentierten LG- und LS-Gesellschaften in Microsofts Campus in Redmond zudem Kühl-, Speicher-, Strom- und modulare Rechenzentrumstechnik. Die Gespräche waren damals noch in einer frühen Phase.