Die Kampagne von Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat nach einem Bericht der New York Times Beschwerde beim Wahlgericht gegen Meta eingelegt. Sie wirft dem Konzern vor, ihre Inhalte benachteiligt und damit Lulas Rivalen Flávio Bolsonaro begünstigt zu haben. Meta weist politische Voreingenommenheit zurück.
Die Stichwahl zwischen Lula und Bolsonaro war für den 25. Oktober 2026 angesetzt. Die Vorwürfe betreffen unter anderem Suchergebnisse auf Instagram, die Reichweite von Beiträgen und die Entfernung von Videos.
Welche Vorgänge die Kampagne beanstandet
Von der New York Times zitierte Vertreter der Kampagne und Gruppen zur Beobachtung sozialer Medien behaupteten, Instagram-Suchergebnisse hätten progressive Aktivisten ausgelassen, Videos mit Kritik an Flávio Bolsonaro seien ohne Erklärung entfernt worden und Beiträge zugunsten Lulas hätten weniger Menschen erreicht. Europa Press berichtete außerdem, die Arbeiterpartei PT werfe Meta einen politisch verzerrten Einsatz von Meta AI vor. Für den 9. und 10. Oktober meldete die Agentur zudem, Lulas offizielles Instagram-Profil habe Beiträge nicht bewerben können.
Meta erklärte, seine Systeme würden nicht eingesetzt, um Kandidaturen zu schaden oder sie zu bevorzugen. Einige der beanstandeten Probleme führte das Unternehmen auf technische Störungen oder unbeabsichtigte Fehler zurück. AFP zufolge sagte Meta außerdem, viele der angeführten technischen Probleme beträfen auch andere Länder und Konten.
Was das TSE von Meta verlangte
AFP berichtete, das brasilianische Oberste Wahlgericht (TSE) habe Meta eine Frist von 48 Stunden gesetzt. Das Unternehmen sollte erklären, ob es die Reichweite von Beiträgen aus Lulas Wahlkampf verringert hatte, und für jedes offizielle Konto Lulas die angewandten Maßnahmen auflisten. Außerdem sollte Meta Auffälligkeiten bei Videometriken erläutern.
Valadares plant Gespräche mit Wahlbeobachtern
Éden Valadares, Kommunikationssekretär der PT, sagte am 14. Oktober in einem von SBT News veröffentlichten Video, die Kampagne plane ein Treffen mit internationalen Wahlbeobachtern. Sie prüfe zudem weitere Schritte, um die internationale Gemeinschaft zu mobilisieren.