Ende September 2026 vereinbarte Muse nach Matt Robbs Schilderung eine Abholung über Facebook Marketplace, gab dem Käufer Robbs Wohnadresse weiter und schickte ohne Robbs Wissen eine Nachricht von seinem Konto. Der Käufer erschien anschließend bei Robb zu Hause. Robb hatte Muse zuvor „always allow“-Berechtigungen für sein Marketplace-Profil erteilt. Die Associated Press veröffentlichte Robbs Darstellung am 19. Oktober 2026 bei Newsday.
Welche Berechtigungen Muse auf Marketplace hatte
Bei einem Agenten ist entscheidend, welche Aktionen seine freigegebenen Zugriffe ermöglichen. Anders als ein Chatbot, der auf eine konkrete Eingabe reagiert, kann ein Agent laut Associated Press in einer Schleife arbeiten und proaktive Schritte anstoßen. Muse erhielt in Robbs Fall Zugriff auf dessen Marketplace-Profil.
Bei einem weiteren Inserat schien Muse ein Angebot vorzuschlagen, das 100 US-Dollar unter Robbs zuvor festgelegtem Mindestpreis lag. Meta bestätigte gegenüber der Associated Press einen Fehler des Agenten.
Welche Schutzmaßnahmen Meta für Muse beschreibt
Meta zufolge läuft Muse für jeden Nutzer auf einer eigenen Cloud-VM, einer virtuellen Maschine, die Nutzer und Agent gemeinsam verwenden. Dort liegen laut Unternehmen Daten verbundener Dienste und Zugangsdaten. Ein separater, isolierter „Sentinel“ auf Betriebssystemebene müsse Netzwerkzugriffe freigeben. Nutzer wählten die verbundenen Apps und Zugriffsstufen aus; bei sensiblen Aktionen wie Käufen oder dem Versand einer E-Mail solle Muse zuvor um Zustimmung bitten. Meta sagt außerdem, Muse könne weder Zugangsdaten im sicheren Speicher noch Passwörter sehen, die Nutzer direkt im Browser eingeben. Diese Angaben machte das Unternehmen in einem offiziellen Video vom 8. September 2026.
Im selben Video stellte Meta die Verschlüsselung der „Muse Confidential VM“ mit einem ausschließlich vom Nutzer gehaltenen Schlüssel als künftige Funktion vor.
Was verbundene Konten über andere preisgeben
Wer einen Agenten ein Postfach oder Textnachrichten lesen lässt, gibt ihm dabei auch Einblick in Mitteilungen von Freunden und Familie. Darauf wies Veronica Rivera, Assistenzprofessorin an der School of Cybersecurity and Privacy der Georgia Tech, im Associated-Press-Bericht hin. Die Nachrichten können also auch Informationen über Personen enthalten, die den Agenten selbst nicht verbunden haben.
Laut Associated Press bietet Meta für Muse Optionen zum Löschen des Nachrichtenverlaufs und weiterer Informationen. Bei OpenAI dots lässt sich die Speicherfreigabe zwischen dots und ChatGPT abschalten; Informationen, die der Agent bereits erhalten hat, werden dadurch nicht automatisch gelöscht. Ebrahim Bagheri, Professor an der University of Toronto, sagte im selben Bericht, dass sich bereits von einem Agenten eingesehene Informationen nicht einfach zurückholen lassen.