Microsoft hat WSL Containers am 29. September 2026 allgemein verfügbar gemacht. Die in das Windows Subsystem for Linux (WSL) integrierte Lösung bringt eine Befehlszeilenschnittstelle und eine API für Linux-Container auf Windows. Voraussetzung ist WSL ab Version 2.9.3; Compose-Kompatibilität ist noch in Arbeit.

CLI, API und Containerverwaltung

Microsoft macht WSL Containers allgemein verfügbar

Container sind abgeschottete Laufzeitumgebungen für Anwendungen. Mit WSL Containers lassen sich Linux-Container über wslc.exe erstellen, starten und verwalten. container.exe ist ein eingebauter Alias für dasselbe Werkzeug. Die API ermöglicht Windows-Anwendungen, Container programmatisch abzurufen, auszuführen und mit ihnen zu interagieren. Sie ist als NuGet-Paket Microsoft.WSL.Containers verfügbar; die Dokumentation beschreibt Schnittstellen für C#, C++ und C.

Zu den Verwaltungsfunktionen gehören das Neustarten von Containern, das Kopieren von Dateien, Netzwerkverbindungen, Ereignisüberwachung und Zustandsprüfungen. Auch Einbindungen mit --mount, konfigurierbarer Speicher und Optionen für die Zeitüberschreitung beim Beenden gehören dazu.

Compose bleibt ein Entwicklungsziel

Compose gehörte zum Start der allgemeinen Verfügbarkeit noch nicht zum Funktionsumfang. Microsoft erklärte am 29. September, die Arbeit an wsl compose up begonnen zu haben. Ziel ist, vorhandene compose.yaml-Dateien unverändert nutzen zu können; einen Termin nannte Microsoft nicht. Docker Desktop bleibt eine Option.

Ein externer Praxistest setzte WSL 3.0.1 und Debian 13 (Trixie) ein, um Nginx in einem Container auszuführen. Dabei wurde Container-Port 80 auf Windows-Port 8080 abgebildet; der Webserver war unter localhost:8080 erreichbar.

Voraussetzungen und Integrationen

Für WSL Containers ist mindestens WSL 2.9.3 erforderlich. Microsoft empfiehlt, WSL im Terminal mit wsl --update zu aktualisieren oder die aktuelle WSL-Version herunterzuladen.

Microsoft Intune kann den Zugriff auf WSL Containers steuern und Image-Abrufe auf freigegebene Registrys beschränken. Microsoft Defender for Endpoint kann Prozess-, Datei- und Netzwerkaktivitäten aus Containern sichtbar machen und dem Windows-Host zuordnen. Visual Studio Code kann wslc als Standardtreiber für Dev Containers verwenden; auch die Containers-Erweiterung und Aspire unterstützen WSL Containers als Laufzeitumgebung.

Microsoft zufolge kann WSL Containers den Zugriff auf Windows-Dateien aus Linux-Umgebungen um bis zu das Doppelte beschleunigen.