Microsoft plant, Memory Integrity ab Oktober 2026 über Windows-Qualitätsupdates auf geeigneten Windows-11-Geräten auszuweiten. Die Funktion soll den Kernel besser gegen manipulierten oder nicht vertrauenswürdigen Code schützen. Wer Memory Integrity auf seinem Gerät bereits deaktiviert hat, soll diese Einstellung durch die angekündigte Ausweitung behalten.
Für Spieler ist die entscheidende Frage die Leistung: In einem kontrollierten Test auf einem PC mit AMD Ryzen 5 7600X und NVIDIA GeForce RTX 4070 Ti Super lagen die durchschnittlichen Bildraten mit aktivierter Funktion in Counter-Strike 2 und Cyberpunk 2077 um 1,7 beziehungsweise 1,9 Prozent niedriger. Bei den 1%-Lows von Cyberpunk 2077 betrug der Unterschied 6,6 Prozent.
Microsoft weitet Memory Integrity im Oktober 2026 aus
Microsoft kündigte am 1. September 2026 an, Memory Integrity ab Oktober über Qualitätsupdates auf geeigneten Geräten zu aktivieren. Windows soll vor der Aktivierung prüfen, ob Hardware, Treiber und die erwartete Leistung dafür geeignet sind.
Die Ankündigung betrifft Geräte, auf denen die Funktion bisher nicht aktiviert war. Eine bereits von Nutzern oder Administratoren deaktivierte Memory-Integrity-Einstellung soll durch diesen Rollout nicht automatisch geändert werden. Auf kompatiblen Neuinstallationen von Windows 11 ist die Funktion laut Microsoft bereits standardmäßig aktiviert.
Als dokumentierte Grundlage für die automatische Aktivierung nennt Microsoft unter anderem Intel-Prozessoren ab der 8. Generation, AMD Zen 2 oder neuer beziehungsweise Qualcomm Snapdragon 8180 oder neuer. Hinzu kommen mindestens 8 GB Arbeitsspeicher auf x64-Systemen, eine 64-GB-SSD, kompatible Treiber und aktivierte Hardware-Virtualisierung in BIOS oder UEFI.
Was Memory Integrity mit VBS und HVCI zu tun hat
Memory Integrity ist Microsofts Bezeichnung für Hypervisor-protected Code Integrity, kurz HVCI oder hypervisor-erzwungene Codeintegrität. Die Funktion gehört zur Virtualization-based Security (VBS) und nutzt den Windows-Hypervisor, um Prüfungen von Kernel-Code in einer isolierten virtuellen Umgebung auszuführen.
Dabei darf eine Speicherseite mit ausführbarem Kernel-Code erst nach einer Integritätsprüfung ausführbar werden. Ausführbare Seiten dürfen außerdem nicht gleichzeitig beschreibbar sein. Das erschwert es Schadsoftware oder einem unsicheren Treiber, Kernel-Speicher zu manipulieren.
Die Diagnose unterscheidet dabei mehrere Zustände: Der Microsoft-Hypervisor läuft, der Secure Kernel ist aktiv, VBS ist eingeschaltet und HVCI wird als aktiviert ausgewiesen. Diese Statuswerte beschreiben die technische Schutzkette hinter Memory Integrity, nicht die Bildrate eines Spiels.
Welche FPS-Unterschiede wurden gemessen?
Die Gaming-Messungen erfolgten bei 1080p und niedrigen Grafikeinstellungen. Counter-Strike 2 wurde in drei 60-Sekunden-Durchläufen pro Einstellung getestet, Cyberpunk 2077 mit drei Durchläufen des integrierten Benchmarks.
| Test | Memory Integrity aktiviert | Memory Integrity deaktiviert | Unterschied | Bedingungen |
| Counter-Strike 2, durchschnittliche FPS | 398,2 FPS | 404,8 FPS | 1,7 % mehr bei deaktivierter Funktion | 1080p, niedrige Einstellungen |
| Counter-Strike 2, 1%-Low-FPS | 167,3 FPS | 158,6 FPS | 5,2 % mehr bei aktivierter Funktion | 1080p, niedrige Einstellungen |
| Counter-Strike 2, 0,1%-Low-FPS | 108,5 FPS | 113,8 FPS | 4,9 % mehr bei deaktivierter Funktion | 1080p, niedrige Einstellungen |
| Cyberpunk 2077, durchschnittliche FPS | 183,1 FPS | 186,5 FPS | 1,9 % mehr bei deaktivierter Funktion | 1080p, niedrige Einstellungen; integrierter Benchmark |
| Cyberpunk 2077, 1%-Low-FPS | 116,8 FPS | 124,5 FPS | 6,6 % mehr bei deaktivierter Funktion | 1080p, niedrige Einstellungen; integrierter Benchmark |
| Cyberpunk 2077, 0,1%-Low-FPS | 92,1 FPS | 93,3 FPS | 1,3 % mehr bei deaktivierter Funktion | 1080p, niedrige Einstellungen; integrierter Benchmark |
Die auffälligste Differenz betrifft damit nicht die durchschnittliche Bildrate, sondern die 1%-Low-FPS in Cyberpunk 2077. Dieser Wert beschreibt die langsamsten Bildraten während des Tests und kann Hinweise auf kurze Ruckler geben. Die Messung stammt von einem einzelnen System mit Ryzen 5 7600X und GeForce RTX 4070 Ti Super.
Beim synthetischen 3DMark-CPU-Profile-Test lagen die Ergebnisse bei maximaler Thread-Zahl mit aktivierter Memory Integrity bei 6.830 Punkten und mit deaktivierter Funktion bei 6.803 Punkten. Bei fünf von sechs getesteten Thread-Zahlen lagen die Abstände unter 0,5 Prozent. Ein abweichendes Ergebnis von 2,3 Prozent bei vier Threads fiel zugunsten der aktivierten Funktion aus.
Wo findest du die Einstellung in Windows 11?
Die Option liegt in der Windows-Sicherheit unter Gerätesicherheit → Details zur Kernisolierung. Dort lässt sich Memory Integrity über den Schalter aktivieren oder deaktivieren. Nach einer Änderung kann ein Neustart erforderlich sein.
Wenn sich die Funktion nicht aktivieren lässt, kann Windows inkompatible Treiber anzeigen. Microsoft nennt außerdem nicht unterstützte Hardware und deaktivierte Virtualisierung als mögliche Ursachen. Aktualisierte Treiber oder das Entfernen des betroffenen Geräts beziehungsweise der zugehörigen Anwendung können die Aktivierung ermöglichen.
Für die Entscheidung ergibt sich damit ein klares Spannungsfeld: Aktivierte Memory Integrity bietet den von Microsoft vorgesehenen Schutz für Kernel-Code, während der einzelne Gaming-Test bei deaktivierter Funktion etwas höhere Durchschnitts-FPS und in Cyberpunk 2077 höhere 1%-Low-FPS zeigte.