Canonical kündigt Multipass 1.17 am 19. Oktober 2026 an und nennt Debian und Fedora als neue Cloud-Images neben Ubuntu. Das Update bringt außerdem drei lokale Availability Zones und Änderungen an den Treibern für Windows und macOS. Canonical beschreibt die Neuerungen in der Release-Ankündigung.

Drei Availability Zones für lokale Tests

Multipass 1.17 bietet drei vordefinierte Availability Zones. Jede hat ein eigenes isoliertes Subnetz. Für Instanzen in einer bestimmten Zone dient multipass launch --zone <zone-name>; multipass zones listet die Zonen auf. Mit multipass disable-zones <zone-name> und multipass enable-zones <zone-name> lassen sie sich deaktivieren und wieder aktivieren.

Wird eine Zone deaktiviert, trennt Multipass die zugehörigen Instanzen vom Netz und markiert sie als nicht verfügbar. Beim Upgrade auf Version 1.17 ordnet Multipass bestehende Instanzen automatisch Zone 1 zu.

Windows und macOS bekommen unterschiedliche Treiberwechsel

Auf Windows wird ein Treiber auf Basis der Host Compute System APIs zum neuen Standard. Canonical zufolge funktioniert er in allen Windows-Editionen, einschließlich Home. Die bisherigen Hyper-V- und VirtualBox-Treiber für Windows gelten als veraltet. Für Hyper-V-Instanzen gibt es einen Migrationspfad; eine automatische Migration bestehender VirtualBox-Instanzen ist nicht vorgesehen. Sie bleiben in dieser Version nutzbar und können manuell umgezogen werden.

PlattformTreiber in Multipass 1.17Status und Folgen
WindowsHost Compute System (HCS)Neuer Standardtreiber für alle Windows-Editionen, auch Home. Hyper-V- und VirtualBox-Treiber sind veraltet. Für Hyper-V gibt es einen Migrationspfad; bestehende VirtualBox-Instanzen werden nicht automatisch migriert.
macOSApple Virtualization FrameworkVorschau mit Unterstützung für einen Teil der Multipass-Funktionen. QEMU bleibt der Standard; auf Intel-Macs läuft VirtualBox weiter. Canonical nennt schnellere Startzeiten und native ASIF-Unterstützung für Disk-Images unter macOS 26.

Für bestehende Windows-Setups ist vor allem wichtig, welcher Treiber die Instanzen verwaltet: Bei Hyper-V ist ein Migrationspfad vorgesehen, bei VirtualBox ist ein manueller Umzug nötig. Auf dem Mac bleibt das neue Framework eine Vorschau; wer auf alle Multipass-Funktionen angewiesen ist, sollte diesen Status berücksichtigen.

Weitere Änderungen für Instanzen und Skripte

Multipass 1.17 unterstützt außerdem die Linux-Architekturen ppc64el (IBM Power) und s390x (IBM Z); für beide gibt es offizielle Snaps. Für neue Instanzen nennt Canonical Mindestwerte von 512 MiB Arbeitsspeicher und 1 GiB Festplattenspeicher.

Die grafische Oberfläche erhält einen überarbeiteten Image-Katalog, der standardmäßig das neueste Ubuntu-LTS-Image auswählt. Neu sind außerdem multipass wait-ready und die Unterstützung für Neustarts über cloud-init. Canonical nennt auch Verbesserungen bei der Zertifikatsverarbeitung und verständlichere Authentifizierungsfehler.

Entfernt werden Blueprints und Appliances, die LXD- und libvirt-Treiber, die veraltete mem-Kurzform sowie die Option multipass info --all. Für Skripte relevant: shell und exec geben den Exit-Code des Gastbefehls weiter, und der Wert 255 ist für Multipass-Fehler reserviert. Multipass normalisiert zudem Mount-Zielpfade; die Reihenfolge der Schlüssel in JSON-Ausgaben ist nicht garantiert.