Zum Abschluss der Experimente in Lettland führte die NATO passive 5G-Sensorik, Drohnenabwehr und vernetzte Zielerfassung in einer Demonstration zusammen. Das Allied Command Transformation (ACT) meldete den Abschluss am 2. November. DiBaX26 hatte vom 19. bis 30. Oktober stattgefunden; das abschließende FUSE-Szenario verband die Tests mit einem Szenario aus Drohnenschwärmen, grenzüberschreitenden Einflügen und simulierter elektronischer Kampfführung, wie ACT berichtete.
Drei verschiedene Ansätze bei DiBaX26
Die NATO erprobte in Lettland drei unterschiedliche Anwendungsfelder für Kommunikationsnetze. Nur eines davon umfasste passive Objekterkennung über 5G. Die beiden anderen betrafen militärische Kommunikation und deren Ausfallsicherheit. ACT beschrieb diese drei Felder; auch die NATO Communications and Information Agency nannte sie für DiBaX26.
| DiBaX-Ansatz | Was getestet wurde |
| 5G-Netzsegmentierung | Ein eigener Teil eines Mobilfunknetzes sollte für NATO-Kräfte reserviert werden, damit sie über die Infrastruktur des Gastlands sicher kommunizieren und Daten austauschen können. |
| Widerstandsfähige Kommunikation | Mehrere Netze sollten die Verbindung aufrechterhalten, wenn einzelne Verbindungen gestört oder unterbrochen werden. |
| Lagebild und passive Sensorik | Informationen aus alltäglicher Kommunikationsinfrastruktur und militärischen Sensoren sollten zusammengeführt werden. Dazu gehörte passive Objekterkennung mit 5G. |
Bei passiver Sensorik wird vorhandene Kommunikationsinfrastruktur zusätzlich genutzt, um Hinweise auf Objekte in ihrem Abdeckungsbereich zu gewinnen. Sie war damit der DiBaX-Ansatz, der unmittelbar mit der Drohnenerkennung zu tun hatte. Die anderen beiden Ansätze sollten den Informationsaustausch und die Verbindung von Streitkräften unterstützen.
Welche Rolle KI bei der Sensorik spielen sollte
Vor DiBaX beschrieb ACT den dritten Anwendungsfall als Verbindung von Daten aus Mobilfunkmasten mit Informationen spezialisierter militärischer Sensoren. Künstliche Intelligenz sollte diese Daten auswerten, um das Lagebild und Entscheidungen zu unterstützen. Die NATO stellte KI dabei als Teil der Datenanalyse im größeren Sensor- und Kommunikationsverbund dar.
Zum Abschluss führte die NATO die passive Erkennung über 5G mit Drohnenabwehr und vernetzten Zielerfassungssystemen zusammen. Das FUSE-Szenario war eine Demonstration unter simulierten Einsatzbedingungen. Es beschreibt keinen allgemeinen Betrieb einer 5G-Drohnenerkennung.
AT&T und Ericsson zeigten ein separates System in Texas
Unabhängig von DiBaX führten AT&T und Ericsson eine 5G-basierte Demonstration zur Erkennung und Verfolgung von Drohnen in Arlington, Texas, vor. Die Vorführung fand außerhalb des AT&T Stadium statt, wie Ericsson mitteilte. Sie war eine separate Demonstration und kein Teil der NATO-Übung.
Wie eine 5G-Basisstation Drohnen erkennen kann
Ein separates Qualcomm-Experiment veranschaulicht einen möglichen technischen Ablauf. In der 2025 veröffentlichten Demonstration nutzte Qualcomm ein 5G-Advanced-System bei 3,5 GHz mit einer Basisstation, die gleichzeitig sendet und empfängt. Sie übermittelte Referenzsignale und wertete deren Reflexionen aus. Nach der Unterdrückung von Hintergrundsignalen analysierte das System sogenannte Mikro-Doppler-Muster, die durch die kleinen Bewegungen einer Drohne entstehen.
Qualcomm berichtete für diesen kontrollierten Versuch von einer Erkennungsgenauigkeit von 100 Prozent bis zu einer Entfernung von 300 Metern. Das ist ein Ergebnis aus Qualcomms eigener Demonstration, nicht aus DiBaX oder der Vorführung von AT&T und Ericsson.