Quantencomputer sind noch nicht ausgereift, und es wird weiterhin diskutiert, ob sie wirklich so schnell und effektiv sind, wie versprochen. Sicher ist jedoch, dass die großen Unternehmen der Branche enorme Ressourcen in die Erforschung und Entwicklung dieser Systeme stecken. Wie zu erwarten war, hat auch IBM einen eigenen Prototyp eines Quantencomputers – doch der Unterschied ist, dass der blaue Riese sich entschieden hat, den Zugang zur Öffentlichkeit freizugeben.
Es gibt viele Geschichten über Ingenieure und Wissenschaftler, die um drei oder vier Uhr morgens auf ihre Gelegenheit warten, ein paar Zyklen eines Supercomputers zu nutzen und Berechnungen durchzuführen. Ich stelle mir vor, dass in genau diesem Moment jemand in einem dunklen Raum sitzt, mit dem Bildschirm seines Terminals als einziger Lichtquelle, und auf Daten einer entfernten Plattform wartet. Was aber, wenn diese Plattform eine Quantenplattform ist?
Dies ist nicht das erste Mal, dass wir über Quantencomputer sprechen, und definitiv nicht das letzte Mal. Eine Technologie als in den Kinderschuhen zu bezeichnen, mag bei den Beteiligten nicht gut ankommen, aber es entspricht der aktuellen Lage. Sowohl Google als auch die NASA haben einen Vertrag mit den Leuten von D-Wave, die Quantencomputer liefern, und konnten offenbar bereits einige Probleme lösen, aber früher oder später muss alles aus dem Labor heraus und mit anderen Nutzern in Kontakt kommen.
Und jetzt raten Sie mal, was IBM beschlossen hat? Genau: Das Unternehmen hat seinen Quanten-Prototyp mit einer Kapazität von fünf Qubits genommen und den Zugang zur Öffentlichkeit freigegeben. Dazu müssen Sie ein Konto erstellen und eine Software herunterladen, die alles andere als konventionell ist. Wir haben es also mit einem freien Zugang zu einem äußerst spezialisierten Feld zu tun. IBM erklärt, dass Interessierte dank dieser Entscheidung Algorithmen testen, neue Experimente entwickeln, Qubits einzeln steuern und einen guten Teil des bisherigen Wissens über Quanteninformatik anwenden können.
https://www.youtube.com/embed/jf7D8snlsnQDie offizielle Pressemitteilung ist von einem 360-Grad-Video aus dem Quantenforschungslabor begleitet, das IBM in seinem berühmten T.J.-Watson-Zentrum besitzt, an dem das KI-System Watson vor einigen Jahren die besten Jeopardy-Spieler deklassierte. Es liegen noch viele Hindernisse vor den Quantencomputern, aber wenn mehr Menschen die Möglichkeit haben, darauf zuzugreifen, ist das keine schlechte Idee – im Gegenteil.