OpenAI veröffentlichte am 8. Oktober 2026 einen Bericht über „Dark Clark“ und erklärte, einen Cluster von ChatGPT-Konten gesperrt zu haben, der nach Einschätzung des Unternehmens aus Russland stammte und mit einer Einflussoperation in Lateinamerika verbunden war. Die Betreiber nutzten ChatGPT laut OpenAI vor allem zum Verfassen und Aktualisieren interner Berichte; Kampagneninhalte erstellten sie in einem kleineren Teil der beobachteten Fälle.
OpenAIs Bericht zu „Dark Clark“
OpenAI zufolge sollte die Operation den Ruf der Ukraine in Lateinamerika schwächen und in einzelnen Fällen lokale Politik beeinflussen, besonders in Argentinien und Bolivien. Die Betreiber hätten VPNs verwendet, um ChatGPT aus Russland aufzurufen, wo der Dienst ihnen nach Angaben des Unternehmens nicht zur Verfügung stand.
Welche Rolle ChatGPT laut OpenAI spielte
Die Betreiber nutzten ChatGPT demnach hauptsächlich für interne Berichte über ihre Aktivitäten und das Social Research Center. Diese Berichte seien an einen nicht näher bezeichneten Vorgesetzten gerichtet gewesen. In den meisten beobachteten Fällen stellte OpenAI keine Nutzung der Modelle zur Erstellung von Kampagneninhalten fest; in einem kleineren Teil der Fälle sei dies jedoch vorgekommen.
Der angebliche Forschungsauftritt und die Vorwürfe zu Schulen
OpenAI beschreibt das Social Research Center (SRC) als angebliche Forschungsorganisation, die über die erfundene Persona „Mia Clark“ gesteuert worden sei. Die Website des SRC habe laut OpenAI deutlich mehr als 60 Artikel veröffentlicht, von denen die meisten eigenständige Texte zu sein schienen. Mitarbeitende vor Ort hätten Fachleute aus der Region befragt und Forschungsarbeiten verfasst.
Für Peru hätten die Betreiber laut OpenAI behauptet, eine gefälschte E-Mail im Namen der Regionaldirektion für Bildung in Lima habe Schulen zu Ukraine-bezogenen Veranstaltungen am 21. Mai 2026 bewegt. Das Datum fällt auf Perus Tag der kulturellen und sprachlichen Vielfalt. Öffentlich erschienene Berichte passten nach OpenAIs Darstellung zu dieser Schilderung.
OpenAI beschreibt außerdem die Behauptung der Betreiber, eine gefälschte E-Mail habe Schulen in Ecuador zu einer Zeremonie veranlasst, bei der sie Präsident Daniel Noboa und Erik Prince die Treue schwören sollten. Die ecuadorianische Bildungsministerin Gilda Alcívar wies den damit verbundenen Vorwurf öffentlich zurück.
OpenAIs Einstufung und die Reichweite der Angaben
OpenAI stufte „Dark Clark“ auf seiner IO Breakout Scale als Kategorie 5 ein. Die Skala reicht von 1 bis 6; laut OpenAI war es die erste Operation dieser Kategorie, die das Unternehmen seit Beginn seiner Berichte gestört hatte.
OpenAI zufolge deuteten die Erkenntnisse darauf hin, dass die örtlichen Mitarbeitenden nicht wussten, für eine russische Operation zu arbeiten, und ihre Forschungsaufgaben in gutem Glauben erledigten. Zugleich erklärte das Unternehmen, einige Angaben aus den internen Berichten der Betreiber nicht belegen zu können. Die Betreiber hätten ihre Erfolge mitunter übertrieben oder sich Aktivitäten zugeschrieben, die nicht von ihnen verursacht worden seien.
Öffentliche Reaktion auf einen Vorwurf in Ecuador
Die Stellungnahme von Gilda Alcívar bezieht sich auf den von OpenAI beschriebenen Vorwurf zu einer Schulzeremonie in Ecuador. Der ursprüngliche Beitrag der Bildungsministerin ist auf Spanisch veröffentlicht: