Ein am 2. Oktober veröffentlichter Praxistest zu OpenAI Dots zeichnet ein gemischtes Bild: Eine Website-Überarbeitung und eine Videomontage gelangen, während mehrere Online-Erledigungen an Sicherheitsprüfungen, einer verpassten kostenlosen Option oder nötiger menschlicher Hilfe scheiterten. Die Ergebnisse beziehen sich auf einzelne frühe Nutzungserfahrungen, nicht auf einen standardisierten Leistungsvergleich.
Website und Video: Erfolge mit eigenen Materialien
Am besten funktionierte Dots bei Aufgaben mit eigenen Dateien und einem bereits genutzten Computersystem. Nach Freigabe des Computerzugriffs überarbeitete der Agent in dem beschriebenen Test eine persönliche Website und spielte die Aktualisierung aus. Für Änderungen erklärte die testende Person ihre Wünsche rund zehn Minuten lang per Sprache; anschließend erhielt sie eine neue Version zur Durchsicht.
Auch aus lokalen Dateien setzte Dots einen für soziale Medien vorgesehenen Videoclip zusammen. Beide Aufgaben gelangen in diesem einzelnen Test, nachdem umfangreiche Computerberechtigungen erteilt worden waren.
Sicherheitsprüfungen bremsen Online-Erledigungen
Bei Online-Aufgaben brauchte Dots mehrfach Unterstützung. In einem Installationsablauf eines Internetanbieters konnte der Agent eine Sicherheitsprüfung mit gedrückter Maustaste nicht selbst abschließen. Die testende Person führte den Schritt aus. Als es später um Bankdaten ging, übernahm sie den Kaufvorgang selbst.
Bei der Suche nach einem Coworking-Angebot bot Dots einen kostenpflichtigen Tagespass an, statt die gesuchte kostenlose Besichtigung zu finden. Ein IKEA-Konto blieb wegen einer wiederkehrenden Sicherheitsprüfung unerreichbar. Auch die Bestellseite eines Restaurants ließ den Agenten zunächst nicht weiter; nachdem die testende Person beim Anmelden geholfen hatte, bestellte Dots schließlich ein Teriyaki-Gericht über Uber Eats.
Die Aufgaben zeigen, wie unterschiedlich ein Agent mit eigenen Arbeitsmaterialien und mit geschützten Websites umgehen kann. Die konkreten Hürden traten in diesen einzelnen Abläufen auf; ein allgemeiner technischer Grund dafür ist damit nicht benannt.
Was OpenAI über Dots und den Zugang sagt
OpenAI kündigte Dots am 29. September 2026 als dauerhaften KI-Agenten in ChatGPT an. Laut OpenAI nutzt Dots GPT-6 Astra, einen eigenen Cloud-Computer mit Browser und ein Plugin-Angebot mit Zugriff auf mehr als 4.000 Apps. Nutzer können dem Agenten zusätzlich Zugriff auf ihren eigenen Computer geben. Als Kontaktwege nennt OpenAI ChatGPT, Sprachanrufe sowie Slack und Microsoft Teams.
OpenAI zufolge ist der erste Dot in berechtigten Pro- und Business-Premium-Abos enthalten. Der Pro-Zugang soll im Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem Deutschland gehört, ausgeschlossen sein. OpenAI kündigte außerdem an, dass Enterprise-, Edu- und Healthcare-Arbeitsbereiche eine Beta nutzen können, wenn ein Administrator sie freischaltet.
Gespräche mit einem Dot zählen laut OpenAI nicht zum ChatGPT-Nutzungslimit. Aufgaben, die Dots in Codex oder ChatGPT Work starten, werden dagegen auf die jeweiligen Nutzungslimits dieser Produkte angerechnet.
Für Hintergrundrecherche beschreibt OpenAI schreibgeschützte Werkzeuge: Sie können keine Nachrichten senden, Inhalte verbundener Apps ändern oder einen Browser beziehungsweise Computer steuern. OpenAI warnt zugleich, dass Dots Fehler machen können, und empfiehlt, folgenreiche Arbeit zu prüfen.
Was die frühen Ergebnisse für die Einordnung bedeuten
Der praktische Nutzen hängt in den beschriebenen Aufgaben davon ab, ob Dots mit eigenen Materialien arbeiten kann oder beim Online-Vorgang eine Sicherheitsprüfung beziehungsweise persönliche Eingabe nötig wird. Einzelne frühe Reaktionen kreisten ebenfalls um die Frage, ob man einem KI-Agenten persönliche Formulare und Buchungen anvertrauen möchte, und welchen zusätzlichen Nutzen Dots gegenüber Codex bietet.
Wer eine Alternative erwägt: In einer einzelnen frühen Gegenüberstellung galt die Oberfläche von Meta Muse als leichter zugänglich für Einsteiger; Dots passte dort besser zu einem bereits genutzten Codex- und Slack-Arbeitsablauf.