OpenAI kündigte GPT-6 Sol und GPT-6 Luna am 22. September 2026 an und führte sie mit niedrigeren API-Sätzen als die verglichenen GPT-5.6-Tarife auf. GPT-6 Sol positionierte das Unternehmen für anspruchsvolle professionelle Aufgaben, GPT-6 Luna für kostengünstige Arbeit in großem Umfang.
Zugänge und Einsatzbereiche zum Start
Zum Start nannte OpenAI ChatGPT Work und Codex als Zugänge für Nutzerinnen und Nutzer der Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu. Beide Modelle waren auch über die API verfügbar. Free- und Go-Nutzer konnten Luna in der Desktop-App verwenden; in regulären Chat war keines der beiden Modelle zu diesem Zeitpunkt verfügbar.
OpenAI erklärte, Sol und Luna seien mit ähnlichen Methoden wie GPT-6 Astra entwickelt worden. Sol sollte anspruchsvolle Aufgaben wie Programmierung und Agenten-Workflows abdecken, Luna kostengünstigere Arbeit in größerem Umfang.
Die API-Preise für Eingabe und Ausgabe
OpenAI listete die folgenden API-Sätze in US-Dollar je 1 Million Tokens. Eingabetokens sind die an ein Modell übermittelten Tokens, Ausgabetokens die vom Modell erzeugten.
| Modell | Eingabe (US-Dollar je 1 Mio. Tokens) | Ausgabe (US-Dollar je 1 Mio. Tokens) |
| GPT-6 Sol | 2 | 10 |
| GPT-6 Luna | 0,10 | 0,50 |
Gegenüber den Aktionspreisen für GPT-5.6 Sol sanken beide Sätze um 50 Prozent: Die Eingabe fiel von 4 auf 2 US-Dollar, die Ausgabe von 20 auf 10 US-Dollar je 1 Million Tokens. Bei GPT-6 Luna sank der Eingabesatz von 0,20 auf 0,10 US-Dollar, ebenfalls um 50 Prozent. Der Ausgabesatz fiel von 1,20 auf 0,50 US-Dollar – rund 58,3 Prozent.
Für gelesene, zwischengespeicherte Eingabetokens nannte OpenAI einen Rabatt von 90 Prozent. Entwickler können laut Unternehmen außerdem den Reasoning-Aufwand oder die verfügbaren Werkzeuge ändern und den bisherigen Kontext weiter für die Cache-Wiederverwendung nutzen.
OpenAIs Tests und praktische Codiervergleiche
Im Softwareentwicklungs-Benchmark DeepSWE v1.1 meldete OpenAI 68,8 Prozent für GPT-6 Sol und 66,6 Prozent für GPT-6 Luna, jeweils bei maximaler Anstrengung. Das sind Ergebnisse aus OpenAIs eigenen Auswertungen.
OpenAI zufolge machte GPT-6 Sol in einer internen Faktentreue-Auswertung etwa halb so viele Fehler wie GPT-5.6 Sol. Die Auswertung beruhte auf anonymisierten Gesprächen, in denen Nutzer zuvor Fehler bei Fakten markiert hatten. OpenAI wies darauf hin, dass diese Auswahl nicht repräsentativ für die typische Nutzung sei.
Ein dreiteiliger Codiervergleich stellte die Modelle bei der Erstellung einer Website, eines interaktiven Unwetter-Dashboards und eines 3D-Browsergames gegenüber. In diesen Aufgaben wurde GPT-6 Luna als schnellste und günstigste Option eingeordnet, GPT-6 Sol lag dazwischen; Claude Opus 5.5 lieferte die stärksten gezeigten Ergebnisse. Der Vergleich blendete unter anderem Laufzeiten, Tokenzahlen und Kosten ein.
Ein weiterer Codiertest bewertete GPT-6 Sol in den geprüften Konfigurationen bei der Codequalität niedriger als GPT-5.6 Sol, zugleich aber als schneller und günstiger. Die beiden Prüfungen verwendeten unterschiedliche Aufgaben und Verfahren; ihre Ergebnisse lassen sich daher nicht direkt gleichsetzen.