Oracle kündigte am 28. Oktober 2026 an, die zusätzliche Kapitalmarktfinanzierung für seinen Investitionszyklus FY2027 bis FY2030 auf 20 Milliarden US-Dollar zu begrenzen. Refinanzierungen bestehender Schulden sind davon ausgenommen. Die erwartete Aufteilung: 10 Milliarden US-Dollar Eigenkapital und 10 Milliarden US-Dollar Bruttoschulden. Oracle zufolge kommt diese Grenze zu einer separaten Aktienemission am Markt über 20 Milliarden US-Dollar hinzu, die das Unternehmen in Q1 FY2027 abgeschlossen hatte. Oracle Investor Day
Die Grenze und die abgeschlossene Emission
| Finanzierung | Betrag | Zeitraum | Zusammensetzung oder Verhältnis zur Grenze |
| Zusätzliche Kapitalmarktfinanzierung | Bis zu 20 Milliarden US-Dollar | FY2027 bis FY2030 | 10 Milliarden US-Dollar Eigenkapital und 10 Milliarden US-Dollar Bruttoschulden |
| Aktienemission am Markt | 20 Milliarden US-Dollar | Q1 FY2027 | Von Oracle als abgeschlossen bezeichnet; zusätzlich zur neuen Finanzierungsgrenze |
Die Beträge beziehen sich auf zwei getrennte Finanzierungsschritte: Die erste Emission ist laut Oracle abgeschlossen, die Grenze betrifft zusätzliche Mittel für den Investitionszyklus FY2027 bis FY2030. Sie umfasst nicht die Refinanzierung bestehender Schulden.
Weitere Mittel sollen den anfänglichen Kapitalbedarf senken
Oracle erwartet, dass Lieferantenfinanzierung, von Kunden bereitgestellte Hardware und Vorauszahlungen von Kunden den anfänglichen Finanzierungsbedarf verringern. Der Konzern bezifferte die Wirkung dieser Mechanismen nicht einzeln. TheStreet berichtete, sie könnten den anfänglichen Kapitalbedarf insgesamt um etwa 50 Prozent senken.
TheStreet bezifferte die Bruttoinvestitionen für die bis FY2028 noch geplanten sechs Gigawatt von Oracles Zehn-Gigawatt-Ziel auf rund 220 Milliarden US-Dollar. Als Vergleichswert nannte der Bericht einen Analystenkonsens von etwa 171 Milliarden US-Dollar. Diese Schätzung stammt aus dem Bericht von TheStreet.
Oracle setzt auf positiven Cashflow ab FY2028
Für Q1 FY2027 meldete Oracle einen negativen freien Cashflow von 5,396 Milliarden US-Dollar. NeoTeo berichtete über die Quartalszahlen. Für FY2028 rechnete Oracle mit positiven freien Cashflows in der zweiten Jahreshälfte. Die Investitionsausgaben sollten nach einem erwarteten Höhepunkt in FY2027 und FY2028 im Geschäftsjahr 2029 zurückgehen. Für FY2029 setzte Oracle ein Ziel von mindestens 30 Milliarden US-Dollar freiem Cashflow und erwartete, das Wachstum ab diesem Geschäftsjahr selbst zu finanzieren.
Für FY2029 strebt Oracle außerdem ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA von unter 3,5 an. Bei seiner Definition der Nettoverschuldung berücksichtigt das Unternehmen neben Krediten auch Lieferantenfinanzierung sowie Verbindlichkeiten aus operativem Leasing und Finanzierungsleasing. Barmittel und marktgängige Wertpapiere werden abgezogen.
Für FY2030 lautet Oracles Ausblick auf mindestens 225 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine Non-GAAP-Betriebsmarge von mindestens 40 Prozent und einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von mindestens 21 US-Dollar. Oracle weist darauf hin, dass seine Non-GAAP-Kennzahlen bestimmte Aufwendungen ausklammern und zusammen mit den nach GAAP erstellten Abschlüssen gelesen werden sollten.