Am dritten Verhandlungstag im Vertragsprozess zwischen Qualcomm und Arm ging es um den Zugang zu Arm v10 und die Bedingungen eines neuen Lizenzangebots. Qualcomm soll gestaffelte Sätze mit einem Aufschlag von bis zu fünf Prozent gegenüber dem besten Arm-v10-Satz für einen anderen Lizenznehmer vorgeschlagen haben; Arm soll das Angebot abgelehnt haben. Den Prozessauftakt hatten wir bereits in einem früheren Bericht eingeordnet.
Aussagen zu Arm v10 und Qualcomms Angebot
Qualcomm soll bereits seit 2020 Informationen zur Roadmap und zum Framework von Arm v10 angefragt haben. Lynn Couillard, damals Arms zuständige Account-Managerin für Qualcomm, sagte demnach aus, sie habe die Anfragen intern weiterverfolgt, aber keine Antwort erhalten, die sie an Qualcomm hätte weitergeben können.
Das vorgeschlagene Angebot soll unterschiedliche Sätze für Mobilgeräte, Rechenzentren, Wearables, Automotive und Computing umfasst haben. Der Aufschlag von bis zu fünf Prozent bezog sich auf den besten Arm-v10-Satz, den Arm einem anderen Lizenznehmer eingeräumt hatte.
Der ältere Lizenzvertrag und die Auslegung der ALA
Qualcomm berief sich auf die Architecture License Agreement (ALA) von 2013. Sie sah der Darstellung im Prozess zufolge eine Obergrenze von 1,88 US-Dollar pro Chip für Chips mit mindestens fünf Kernen vor. Arm argumentierte, diese Konditionen bildeten den Wert moderner Prozessoren mit mehr Kernen nicht mehr ab.
Qualcomm verwies auf interne Formulierungen bei Arm als Hinweis auf ein mögliches Ende der ALA. Rene Haas erklärte im Zeugnis dagegen, es sei um die Aktualisierung veralteter Lizenzsätze gegangen, nicht um das Ende der Architekturlizenzen.
Arms Chipgeschäft und die Beziehung zu Qualcomm
Arm-Chef Rene Haas sagte voraus, dass Chips 2030 zwei Drittel des prognostizierten Arm-Umsatzes ausmachen würden. Das ist eine Zukunftsprognose, kein bereits erzielter Umsatzanteil.
Haas beschrieb Qualcomm und Arm als voneinander abhängig. Arm wolle, dass Qualcomm mit seinen Angeboten für PCs, Automobile und Rechenzentren Erfolg habe.