Die ROG Xbox Ally X20 setzt vor allem auf ein größeres OLED-Display und überarbeitete Bedienelemente. PCMag zufolge bleiben Prozessor und Leistungsniveau dagegen weitgehend auf dem Stand der ROG Xbox Ally X. Für Besitzer des Vorgängers ist das neue Display daher das stärkste Argument für einen Wechsel – nicht ein großer Leistungssprung.

Was sich gegenüber der ROG Xbox Ally X ändert

MerkmalROG Xbox Ally X20ROG Xbox Ally X
Display7,4 Zoll, OLED7 Zoll, LCD/IPS
Auflösung und Bildwiederholrate1.920 × 1.080 Pixel, 120 Hz1.920 × 1.080 Pixel, 120 Hz
ProzessorAMD Ryzen AI Z2 ExtremeAMD Ryzen AI Z2 Extreme
Akkukapazität80 Wh80 Wh
KartenlesermicroSD ExpressUHS-II-microSD

Die technischen Daten und den Vergleich ordnen ASUS und PCMag ein; ASUS nennt die Details zum Kartenleser auf der Produktseite der X20. Der Bildschirm ist der klarste Unterschied: Beide Geräte bieten dieselbe Auflösung und Bildwiederholrate, aber die X20 hat ein größeres OLED-Panel. PCMag beschreibt Prozessor, 80-Wh-Akku und die allgemeine Leistung als ähnlich. Wer bereits eine Ally X besitzt und vor allem auf mehr Rechenleistung hofft, bekommt demnach keinen grundlegenden Plattformwechsel.

OLED-Display und umstellbares Steuerkreuz

Der englischsprachige Hands-on-Beitrag von ETA PRIME vergleicht die ROG Xbox Ally X20 mit der ROG Xbox Ally X und behandelt Display und Bedienelemente.

Das 7,4-Zoll-OLED-Display löst mit 1.920 × 1.080 Pixeln auf und erreicht 120 Hz. PCMag nennt für die X20 600 Nits im SDR-Betrieb und für die Ally X 500 Nits. ASUS gibt für HDR-Spitzlichter bis zu 1.400 Nits an. Die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Betriebsmodi. ASUS nennt außerdem eine variable Bildwiederholrate von 30 bis 120 Hz, FreeSync Premium Pro und eine Reaktionszeit von 0,2 Millisekunden. Eine Antireflexbeschichtung soll Spiegelungen laut ASUS gegenüber einem OLED ohne diese Beschichtung um 65 Prozent verringern.

Auch das Steuerkreuz lässt sich umstellen: Laut ASUS wird es leicht angehoben und um 90 Grad gedreht, um zwischen Vier-Wege- und Acht-Wege-Eingabe zu wechseln. Dafür sind weder Werkzeug noch Ersatzteile nötig. Die TMR-Sticks arbeiten laut ASUS mit einer Totzone von drei Prozent; ein Algorithmus soll unerwünschtes Vier-Achsen-Snapping verhindern.

Leistung, Xbox Mode und Auto SR

Im Cyberpunk-2077-Leistungsvergleich testete PCMag beide Ally-Modelle im Leistungsmodus am Netzteil und bei 1.080p. Der Tester Zackery Cuevas von PCMag ordnete die Leistung der X20 der Ally X als ähnlich ein. Das passt zum unveränderten Ryzen AI Z2 Extreme: Die X20 setzt ihren Schwerpunkt auf Display und Bedienung statt auf eine neue Prozessorplattform.

PCMag prüfte außerdem Auto SR mit Cyberpunk 2077, dem Steam-Deck-Grafikprofil und 35 Watt an einem 1.080p-Monitor. Die gemeldeten Werte: 55 Bilder pro Sekunde bei nativer 1.080p-Auflösung und 63 Bilder pro Sekunde, wenn das Spiel intern mit 720p lief und auf 1.080p hochskaliert wurde. Auto SR setzt laut PCMag eine Mitgliedschaft bei Xbox Insider voraus und war bei der X20 im Test nur im angedockten Betrieb verfügbar.

Beim Xbox Mode berichtet Cuevas von einem gelegentlichen Anmeldeproblem: An der vierstelligen Passwortabfrage reagierte das Gerät mitunter weder auf Tastendrücke noch auf Berührungen. Ein Zurücksetzen behob das Problem in seinem Test. Außerdem beschreibt der PCMag-Tester Windows auf dem Handheld als umständlich und berichtet von verbleibenden Softwareproblemen.

Akkulaufzeit: Ergebnisse aus unterschiedlichen Tests

Die Laufzeit hängt stark von Spiel, Leistungsprofil und Testaufbau ab. ASUS nennt zwei Herstellerwerte; PCMag maß zusätzlich Videowiedergabe und einen Lauf mit Cyberpunk 2077, in dem das Spiel im Testaufbau nicht aktiv gespielt wurde.

TestBedingungenLaufzeit
ASUS: Cyberpunk 2077720p, niedrige Details, 60-fps-Begrenzung, Leistungsmodus mit 17 W, HDR an; 150 Nits, WLAN an, Bluetooth an und nicht verbunden, Lautstärke 50 %Bis zu 2,7 Stunden
ASUS: Hollow Knight: Silksong720p, niedrige Details, 60-fps-Begrenzung, Lautlos-Modus mit 13 W, HDR an; 150 Nits, WLAN an, Bluetooth an und nicht verbunden, Lautstärke 50 %Bis zu 10,3 Stunden
PCMag: lokale Videowiedergabe720p-Video, Helligkeit 50 %, Lautstärke 100 %, WLAN und RGB-Beleuchtung aus, Lautlos-Modus mit 13 W17 Stunden 17 Minuten
PCMag: Cyberpunk 2077Helligkeit 50 %, Lautstärke 100 %, Flugmodus, Leistungsmodus; das Spiel lief im Test im Leerlauf3 Stunden 8 Minuten

ASUS veröffentlicht die beiden Schätzwerte samt Testbedingungen auf der Produktseite der ROG Xbox Ally X20. Die Messungen von PCMag stammen aus Zackery Cuevas’ Testbericht. Weil die Tests unterschiedliche Spiele und Einstellungen verwenden, sind die Zahlen keine direkte Gegenüberstellung. Insbesondere beschreibt der PCMag-Wert von 3 Stunden 8 Minuten keine aktive Spielzeit.

Speicher erweitern und die passende Kaufentscheidung treffen

Der microSD-Express-Steckplatz der X20 nimmt laut ASUS auch herkömmliche microSD-Karten einschließlich UHS-I auf. UHS-II-Karten funktionieren darin mit UHS-I-Geschwindigkeit. Zusätzlich lässt sich die interne M.2-2280-NVMe-SSD austauschen oder aufrüsten. Wer bereits passende Karten besitzt, kann sie also weiterverwenden; für mehr internen Speicher bietet sich der SSD-Wechsel an.

Für Besitzer der ROG Xbox Ally X hängt der Wechsel vor allem davon ab, wie wichtig ihnen das größere OLED-Display ist. PCMag sieht darin den wesentlichen Grund, die X20 in Betracht zu ziehen, und empfiehlt das Upgrade nicht allein wegen Leistung oder allgemeiner Bedienung. Wer dagegen neu in die Ally-Reihe einsteigt und gezielt ein größeres OLED-Panel möchte, bekommt mit der X20 genau diesen Schwerpunkt – samt umstellbarem Steuerkreuz und microSD-Express-Leser.