Bei der Linux Plumbers Conference vom 5. bis 7. Oktober 2026 stellte Google-Ingenieur Roman Gushchin laut damaligen Angaben Zahlen zu Sashiko vor: Das System kam demnach in weniger als einem Jahr auf mehr als 191.000 Patch-Reviews über 99 Mailinglisten. Das ist eine Aktivitätsbilanz. Der Benchmark des Projekts misst etwas anderes: wie oft Sashiko bestimmte Fehler in einer rückblickenden Prüfung erkannte.
Sashikos gemeldete Prüfaktivität
Ein Patch ist eine vorgeschlagene Änderung am Linux-Kernel. Sashiko prüft solche Änderungen automatisiert und kann laut Projekt sowohl lokal als auch über Mailinglisten und Git-Foren arbeiten. Die auf der Konferenz vorgestellten Zahlen ordneten die Reviews dem Zeitraum März bis Oktober 2026 zu.
Zu den gemeldeten Aktivitäten gehörten außerdem 19,3 Millionen autonome Git-Abfragen. Für den gleichen Zeitraum wurden mehr als 7.600 Antworten von mehr als 1.100 Kernel-Entwicklern genannt. Dazu kamen 1.277 Verweise in Commits von linus/master und 1.567 in linux-next/master; 463 CVE-Datensätze führten ebenfalls einen Verweis auf Sashiko auf.
Diese Zahlen beschreiben unterschiedliche Vorgänge: Reviews, Git-Abfragen, Antworten und Verweise. Sie messen nicht dieselbe Größe wie ein Benchmark zur Fehlererkennung.
Was der Benchmark des Projekts misst
Das Sashiko-Projekt berichtet eine Erkennungsrate von 53,6 Prozent. Der Wert stammt aus einer Prüfung mit Gemini 3.1 Pro und den letzten 1.000 ungefilterten Upstream-Commits mit Fixes:-Tags. Dabei ging es um Fehler, die menschliche Reviews bereits passiert hatten und in den Mainline-Kernel übernommen worden waren.
Der Test ist damit ein Rückblick auf eine bestimmte Gruppe von Commits und Fehlern, keine allgemeine Kennzahl für jede Patchprüfung. Das Projekt gibt außerdem eine bei manueller Stichprobenprüfung ermittelte Falsch-Positiv-Rate von unter 20 Prozent an; dabei handelte es sich überwiegend um Grenzfälle. Laut Projekt arbeitet Sashiko probabilistisch: Bei wiederholten Durchläufen desselben Inputs können die Ergebnisse variieren.
Lokale Prüfung und menschliche Bewertung
Sashiko kann Änderungen in einem lokalen Linux-Kernel-Checkout mit sashiko review untersuchen, darunter auch einen Commit oder einen Commit-Bereich. Daneben beschreibt das Projekt automatisierte Prüfungen aus Mailinglisten und Git-Foren. Die mehrstufige Pipeline analysiert unter anderem Implementierung, Ablauf, Ressourcen, Sperren, Sicherheit und Hardware; anschließend werden mögliche Befunde geprüft und ausgegeben.
Für den Start nennt das Projekt Rust 1.90 oder neuer, Git und einen API-Schlüssel für einen LLM-Anbieter. Patchdaten sowie relevante Dateien und Verlauf aus dem Repository werden an den konfigurierten Anbieter gesendet. Mehrstufige Reviews können erhebliche API-Kosten verursachen. Die Ergebnisse sind daher Hinweise, die Entwickler bewerten müssen – kein automatisches Urteil über die Annahme eines Patches.