Am 22. Oktober 2026 unterzeichneten Egis Group und SiPearl strategische Kooperations- und Investitionsvereinbarungen. Ein zentrales Vorhaben ist die Plattform Mobius100 (M100), die Alcor Micro, ein Unternehmen der Egis Group, gemeinsam mit SiPearl entwickelt. SiPearl plant, M100 als architektonische Grundlage für den Prozessor Rhea2 zu nutzen.
Welche Technik SiPearl für M100 nennt
SiPearl beschreibt M100 als Dual-Die-CPU-Plattform auf Basis von Arm Neoverse V3 CSS V3 und TSMCs N3P-Fertigungsprozess. Das Gehäuse soll insgesamt 140 Kerne enthalten, darunter 12 redundante Kerne. Die Angabe bezieht sich auf M100; SiPearl plant, dessen Architektur für Rhea2 zu nutzen.
Zur Ausstattung von M100 zählt SiPearl Unterstützung für DDR5-12800 MRDIMM-Speicher und acht Schnittstellen nach UCIe 2.0-S. Für Erweiterungen nennt das Unternehmen PCIe Gen6 und CXL. Außerdem beschreibt SiPearl eine kohärente Verbindung zwischen CPUs sowie zwischen CPUs und Beschleunigern. „Kohärent“ bedeutet hier, dass die verbundenen Komponenten Speicherzugriffe aufeinander abstimmen können.
Für Rechen- und Sicherheitsfunktionen führt SiPearl Arm SVE2 zur Vektorverarbeitung, eine auf Caliptra 2.0 basierende Hardware-Vertrauensbasis, Arm Confidential Compute Architecture und RME auf. Diese Angaben gelten für die angekündigte M100-Plattform.
Rhea2 soll in Alice Recoque zum Einsatz kommen
SiPearl plant, Rhea2 kurz nach M100 auf den Markt zu bringen und den Prozessor im französischen Supercomputer Alice Recoque einzusetzen. Das Unternehmen nennt dafür keinen genauen Kalendertag. Die angekündigten technischen Einzelheiten beziehen sich auf M100 und beschreiben nicht automatisch die endgültige Rhea2-Konfiguration.
M100-Zeitplan: Muster 2027, Serienproduktion ab der zweiten Hälfte 2028
SiPearl peilt technische Muster von M100 für 2027 und den Beginn der Serienproduktion für die zweite Hälfte 2028 an. Beide Zeitziele hängen laut Unternehmen von der Entwicklung, der Validierung und den Anforderungen der Kunden ab. Rhea2 soll kurz nach M100 folgen.