Eine am 4. Oktober veröffentlichte Prognose veranschlagt rund fünf Monate als günstigsten Fall für den Start von Siri AI auf iPhone und iPad in der EU; eine längere Wartezeit ist möglich. Apple hatte am 8. Juni erklärt, Siri AI werde dort nicht mit iOS 27 und iPadOS 27 starten, und damals keinen Zeitplan genannt.

Fünf Monate sind der günstigste Prognosefall

Die Schätzung ist eine Erwartung, kein von Apple genannter Starttermin. Sie lässt ausdrücklich auch eine längere Verzögerung zu. Einen Überblick über Siri AIs Funktionen und ihre Grenzen bei Webaufgaben bietet NeoTeos frühere Einordnung.

Was Apple für iPhone und iPad in der EU angekündigt hat

In seiner Mitteilung vom 8. Juni erklärte Apple, Siri AI werde in der EU nicht mit iOS 27 oder iPadOS 27 auf iPhone und iPad starten. Für die Verfügbarkeit auf diesen Plattformen hatte das Unternehmen damals keinen Zeitplan.

Apple führte den Digital Markets Act (DMA), das EU-Gesetz über digitale Märkte, als Grund für die Verzögerung an. Das Unternehmen erklärte, die Europäische Kommission habe seine Vorschläge abgelehnt, und verwies auf Datenschutz und Sicherheit.

Apple und die EU-Kommission beschreiben den Streit unterschiedlich

Am 9. Juni erklärte die Europäische Kommission, der DMA verbiete Apple nicht, neue Produkte einzuführen. Apple habe nach Auffassung der Kommission keine Lösung für die Interoperabilität entwickelt, die den Datenschutz- und Sicherheitsstandards der EU entspreche. Die beiden Institutionen vertreten damit unterschiedliche Positionen dazu, warum Siri AI auf iPhone und iPad in der EU nicht mit den genannten Betriebssystemversionen startet.

Apple zufolge sollte ein „Trusted System Agent“ als Vermittler anderen Assistenten Zugang zu Funktionen von Siri AI ermöglichen. Apple beschrieb dafür eine schrittweise Umsetzung über 18 Monate. Die Kommission wiederum erklärte am 9. Juni, Apple habe eine Ausnahme von Interoperabilitätspflichten für mindestens 18 Monate beantragt.

Apple Intelligence als historischer Vergleich

Apple Intelligence startete nach damaligen Berichten im Oktober 2024 in anderen Märkten und wurde Ende März 2025 in der EU verfügbar. Diese frühere Einführung dient als Vergleich für die Siri-AI-Prognose. Mehr Hintergrund zu Apples KI-Funktionen bietet NeoTeos Überblick zu Apple Intelligence.

Welche Plattformen und Funktionen betroffen sind

Apple nannte als betroffene Siri-AI-Funktionen unter anderem eine eigene App für den Gesprächsverlauf, eine erweiterte Visual Intelligence, integrierte Schreibwerkzeuge und einen Siri-Modus in der iPhone-Kamera. Auch weitere auf der WWDC26 vorgestellte Funktionen seien betroffen.

Für macOS 27 und visionOS 27 kündigte Apple Siri AI auch für Nutzer in der EU an. Auf watchOS 27 sollte die Funktion dort nicht verfügbar sein, weil sie ein gekoppeltes iPhone mit Siri AI voraussetzt. Eine optionale ChatGPT-Erweiterung für Apple Intelligence ist davon getrennt und ersetzt diese systemintegrierten Siri-AI-Funktionen nicht.