Mit einer Technik, die zehnmal schneller ist als herkömmliche Magnetresonanztomographen, konnte eine Gruppe von Forschern des Beckman Institute for Advanced Science and Technology die neuromuskulären Bewegungen einer Person beim Singen mit 100 Bildern pro Sekunde aufnehmen.
Um zu singen oder zu sprechen, müssen etwa hundert verschiedene Muskeln in Brust, Nacken, Kiefer, Zunge und Lippen zusammenarbeiten, um Töne zu erzeugen. Auf dieser Grundlage führten Forscher des Beckman Institute for Advanced Science and Technology (Illinois, USA) eine eingehende Untersuchung durch, um herauszufinden, wie all diese Mechanismen zusammenarbeiten und wie sie sich bei jeder Bewegung verändern. Mit einer neuen Technik, die zehnmal schneller ist als herkömmliche Magnetresonanztomographen, konnten sie ein Video aufzeichnen, das zeigt, wie all diese Muskeln zusammenarbeiten, um Töne zu erzeugen.
Aaron Johnson, ehemaliger Profisänger und Mitglied des Beckman Institute, meldete sich freiwillig, um „If I Only Had a Brain“ aus dem klassischen Film The Wizard of Oz zu singen, um die Echtzeit-Bildgebungsfähigkeiten des MRT-Scanners zu demonstrieren. Die Technik erfasst die Bewegungen der Stimme mit 100 Bildern pro Sekunde. Trotz des übermäßigen Lärms, den die Magnetresonanztomographie während des Scans erzeugt, ist der Ton im Video klar, weil der Raum mit einem speziellen Mikrofon ausgestattet ist, das die Stimme von den Umgebungsgeräuschen trennt.
Die Technik, die Echtzeit-Magnetresonanztomographie-Bilder erfasst, arbeitet viel schneller als jede andere Technik dieser Art weltweit. Während die Standard-Magnetresonanztomographie etwa 10 Bilder pro Sekunde oder weniger aufnehmen kann, scannt diese neue Technik mit 100 Bildern pro Sekunde, ohne dass die Bildqualität darunter leidet. Diese dynamische Bildgebung ist besonders nützlich, um zu untersuchen, wie schnell sich die Zunge zusammen mit anderen Kopf- und Nackenmuskeln beim Sprechen und Singen bewegt.