Steam Frame wirkt in den Berichten der Tester bequem und vielseitig, doch für den Preis müssen vor allem die eigene Steam-Bibliothek und die kurze Laufzeit beim eigenständigen Spielen passen. Für Deutschland wurden 1.049 Euro für das 256-GB-Kit und 1.279 Euro für das 1-TB-Kit berichtet.
Zwei Spielmodi mit unterschiedlichen Anforderungen
Steam Frame kann Spiele direkt auf dem Headset ausführen oder sie von einem PC streamen. Beim Standalone-Betrieb läuft das Spiel auf der Brille; beim Streaming übernimmt der PC die Berechnung und überträgt das Spielbild drahtlos. David Craddock von Shacknews beschreibt PC-Streaming als weniger belastend für den Headset-Akku. Die Qualität hängt dabei auch von der Verbindung ab.
| Spielmodus | Wo das Spiel läuft | Praktische Folge |
| Standalone | Auf Steam Frame | Kein PC muss das Spiel streamen. Tester berichten von rund ein bis zwei Stunden Spielzeit; ihre Belastungen waren nicht vereinheitlicht. |
| PC-Streaming | Auf dem PC | Laut David Craddock von Shacknews weniger belastend für den Headset-Akku; die Streamingqualität hängt von der Verbindung ab. |
Das macht den Einsatzzweck zum Kern der Kaufentscheidung: Wer vor allem auf dem PC spielt, kann die Brille als kabellosen Zugang zur Steam-Bibliothek nutzen. Wer dagegen längere Sitzungen mit lokal laufenden VR-Spielen plant, sollte die von Testern berichtete Laufzeit einkalkulieren.
Was das Steam-Frame-Verified-Zeichen aussagt
Zum Start waren laut Eurogamer rund 130 Spiele als verifiziert gemeldet. Für Spiele ohne VR nennt der Bericht als Kriterium mindestens 720p bei 30fps. VR-Spiele mussten demnach mindestens 72fps bei 1728 × 1728 erreichen.
| Spieltyp | Berichtete Mindestauflösung | Berichtete Mindestbildrate |
| Spiele ohne VR | 720p | 30fps |
| VR-Spiele | 1728 × 1728 | 72fps |
Die Kennzeichnung liefert damit eine Orientierung anhand unterschiedlicher Leistungsgrenzen für die beiden Spieltypen. Sie ersetzt nicht die Frage, ob ein bestimmtes Spiel den eigenen Erwartungen entspricht.
David Craddock berichtet, dass Half-Life: Alyx, Beat Saber, Superhot und Skyrim in seinen Spielsitzungen gut liefen. Zugleich bewertet er die Auswahl neuerer VR-Spiele als einen Schwachpunkt. Die technische Prüfung und die konkrete Spieleauswahl sind also zwei getrennte Punkte: Ein verifiziertes Spiel erfüllt die genannten Leistungskriterien, während die verfügbare Bibliothek darüber entscheidet, ob Steam Frame die gewünschten Titel bietet.
Komfort, Controller und Bildqualität aus Sicht der Tester
Craddock beschreibt das Headset als kompakt und bequem. Auch die Einrichtung sei einfach gewesen; die Controller hätten in den von ihm gespielten Titeln zuverlässig getrackt. Steam Frame läuft mit SteamOS 3 und bietet LCD-Displays mit 2160 × 2160 Pixeln pro Auge. Die angegebene Bildwiederholrate reicht von 72 bis 144 Hz, wobei 144 Hz als experimentell geführt wird.
Die Passthrough-Ansicht, mit der die Umgebung durch die Kameras des Headsets sichtbar wird, ist laut Craddock monochrom. Wer beim Blick in die reale Umgebung Farbe erwartet, sollte diesen Punkt bei der Wahl berücksichtigen.
Der VR-Tester Tyriel Wood berichtet aus seiner getesteten Konfiguration von einem unscharfen Bild mit den Standardeinstellungen. Nach dem Abschalten von Advanced Supersample Filtering sei die Darstellung klarer gewesen. Das ist seine Beobachtung aus einem bestimmten Setup.
Streaming-Erfahrungen gehen auseinander
Besitzer berichten sowohl von sauberem Streaming mit geringer Verzögerung als auch von Bildstörungen und Rucklern. Einzelne Nutzer schildern unterschiedliche Ergebnisse mit ihren Einstellungen und Softwarekonfigurationen. Zusammen ergeben diese Berichte kein einheitliches Bild für jede Verbindung und jedes Setup.
Auch die Controller kommen nicht bei allen gleich an: Das gamepadähnliche Layout passt zu flachen Spielen und manchen VR-Mods. In Besitzerberichten gibt es zugleich Kritik an Griff, Tastenreichweite und Belegung. Wer viel Wert auf die Passform legt, sollte die Controller deshalb als Teil der Ergonomieentscheidung betrachten.
Preis und Kaufentscheidung in Deutschland
Münster Aktuell berichtete für Deutschland 1.049 Euro für das 256-GB-Kit und 1.279 Euro für das 1-TB-Kit. Beim 256-GB-Modell nennt Shacknews einen microSD-Kartensteckplatz zur Speichererweiterung; außerdem wird eine 1-TB-Ausführung angeboten.
Für eine Steam-Bibliothek, die bereits passende VR- und PC-Spiele enthält, sprechen die zwei Betriebsarten und die von Craddock gelobte Bequemlichkeit. Wer hauptsächlich längere Standalone-Sitzungen oder farbiges Passthrough möchte, muss die kurze berichtete Laufzeit beziehungsweise die monochrome Ansicht gegen diese Vorteile abwägen. Als Alternative führt Eurogamer Meta Quest 3 an, das ebenfalls Steam-Spiele streamen kann und ein farbiges Passthrough bietet.
Valve führt die 256-GB- und 1-TB-Kits auf der offiziellen Steam-Frame-Produktseite im Bereich „Reservations“.