Bei einer Präsentation auf dem RISC-V China Summit am 19. Oktober 2026 wurden Skalierungs- und KI-Workload-Ergebnisse für XuanTie C950 vorgestellt, über die Laoyaoba am 25. Oktober berichtete. XuanTie beschreibt C950 als Prozessor-IP; konkrete Entwicklungswege reichen von einem Linux-Start in QEMU bis zu einer Ubuntu-Vorführung auf FPGA.
Was XuanTie für C950 beschreibt
XuanTie bezeichnet C950 als 64-Bit-RISC-V-Prozessor-IP auf Basis des Profils RVA23. Die Architektur arbeitet superskalar und führt Befehle außerhalb ihrer ursprünglichen Reihenfolge aus, wenn dadurch Rechenressourcen besser genutzt werden können. Hinzu kommen die Matrix-Erweiterung AME und eine Schnittstelle für die TPE-Tensoreinheit. XuanTies Produktbeschreibung
Prozessor-IP ist ein Entwurf, den Hersteller in eigene Systeme integrieren können. Die Beschreibung positioniert C950 für Server- und KI-Anwendungen; sie ist keine Angabe zu einem separat erhältlichen Prozessor.
Die gemeldeten XT-LINK- und KI-Ergebnisse
Laoyaoba zufolge erreichte XT-LINK bei 128 Kernen eine Linearität von 78 Prozent; die Gesamtleistung lag beim 99,8-Fachen des Einzelkern-Referenzwerts. Linearität beschreibt hier, wie weit die Leistung beim Hinzufügen von Kernen mit der Kernzahl skaliert.
Für vier Agenten-Workloads meldete die Präsentation eine durchschnittliche Leistung von etwa dem 1,11-Fachen der verglichenen Mainstream-Architekturen. Die aggregierte KI-Leistung sei um mehr als 10 Prozent gestiegen. Für Qwen3.8-Flash-Next wurden 43 Token pro Sekunde und für DeepSeek V4-Flash 38 Token pro Sekunde genannt.
Linux, QEMU und FPGA als Entwicklungswege
Das XuanTie Linux SDK führt Versionen für Betriebssystem, Firmware, Emulator und Compiler auf. Die Komponenten sind eine konkrete Orientierung für Entwickler, die den Softwarepfad für XuanTie-Systeme nachvollziehen möchten.
| Komponente | Dokumentierte Version |
| Linux | 6.6.36 |
| OpenSBI | 1.7 |
| U-Boot | 2024.10 |
| XuanTie QEMU | 5.4.3 |
| GCC | 3.4.1 |
| LLVM | 2.4.2 |
Der XuanTie-QEMU-Leitfaden zeigt ein Modell namens xt-c9501fdvt, das mit -smp 8 und einem Linux-6.6-Abbild startet. Das ist ein Beispiel für Emulation mit acht Kernen. Das SDK nennt außerdem FPGA-Plattformen als Entwicklungsumgebung.
Canonical berichtete über eine Ubuntu-Virtualisierungsvorführung auf einem FPGA mit C950. Die Demonstration umfasste Server-Virtualisierung mit IOMMU. Damit gibt es neben dem QEMU-Beispiel auch einen beschriebenen FPGA-Prototyping-Pfad.
TRACE32 und getrennte Automotive-Pläne
Lauterbach kündigte am 15. September 2026 TRACE32-Unterstützung für C950 an. Das Werkzeug unterstützt gleichzeitiges Debugging mehrerer Kerne sowie die nicht-invasive Prozessor-Trace-Aufzeichnung, auch mit Hochgeschwindigkeitsübertragung über externe Schnittstellen. Lauterbach nannte außerdem bis zu acht Kerne pro Cluster und einen maximalen Takt von 3,2 GHz. Der Hersteller meldete mehr als 70 SPECint2006-Punkte im Einzelkernbetrieb bei voller Taktfrequenz sowie mehr als 22 Punkte pro GHz.
Die auf dem Summit berichteten Automotive-Angaben betreffen andere Designs. Laoyaoba zufolge erfüllt E908A sowohl ASIL-B als auch ASIL-D und erreicht einen SPFM-Wert von über 90 Prozent. Für C950A wurde eine Vorstellung für Ende 2027 geplant; als Leistungsziel wurden das Fünffache aktueller RISC-V-Automotive-Produkte genannt.