Am 27. September 2026 wurde für den 30. September eine Entscheidung des Bezirksgerichts Tokio erwartet. Das Gericht sollte klären, ob TikTok für die Entfernung von Videos verantwortlich ist, in denen Kenjiro Tsudas Stimme mutmaßlich mit KI imitiert wurde.

Der Fall Kenjiro Tsuda gegen TikTok

Der japanische Synchronsprecher Kenjiro Tsuda reichte im November 2025 eine Individualklage in Tokio ein. Er verlangt, dass Videos von TikTok entfernt werden, die nach seiner Darstellung eine KI-Imitation seiner Stimme enthalten. Seine Anwälte sehen darin eine Verletzung sogenannter Publicity Rights – des Rechts, wirtschaftliche Aspekte der eigenen Identität zu kontrollieren.

Worum es in den Videos geht und wie TikTok argumentiert

Der japanischsprachige Fernsehbeitrag fasst den Rechtsstreit und die Positionen beider Seiten zusammen und zeigt Außenaufnahmen des Bezirksgerichts Tokio. Veröffentlicht am 22. Mai 2026.

Die beanstandeten Beiträge eines anonymen Kontos verbanden Bilder mit Erzählungen über urbane Legenden, okkulte Phänomene und Verschwörungstheorien. Der Fall betrifft diese Videos, nicht die integrierte Vorlesestimme von TikTok.

TikTok argumentierte, die Stimme sei eine allgemeine Männerstimme. Außerdem berief sich die Plattform auf ihre Rolle als Gastgeberin von Nutzerinhalten im Rahmen der Meinungsfreiheit. Das sind die Positionen der Parteien im Rechtsstreit.

Japans unverbindliche Leitlinien zu Stimmen und Abbildungen

Berichten zufolge veröffentlichte Japans Justizministerium im August 2026 rechtlich unverbindliche Leitlinien zu bestehenden Rechten, die Stimmen und Abbildungen betreffen.