Zuerst war es Samsung mit seinen 15,36 Terabyte. Danach präsentierte Seagate eine Einheit mit 60 TB. Jetzt kommt Toshiba und kündigt eine SSD mit 100 Terabyte an. Die Flash Memory Summit hat die Welt des Solid-State-Speichers auf den Kopf gestellt, und obwohl es sich noch um ein Konzept handelt, erklärte Toshiba in einer speziellen Präsentation, dass die neue QLC-Technologie mit vier Bits pro Zelle Produkte mit 100 Terabyte Kapazität und einer sequenziellen Lesegeschwindigkeit von 3 Gigabyte pro Sekunde über die PCI-Express-Schnittstelle ermöglichen könnte.

Alles deutet darauf hin, dass wir am Anfang eines neuen Wettrüstens stehen – und zwar eines der guten. Die veröffentlichten Kosten mögen für den Durchschnittsnutzer derzeit unerschwinglich sein, aber wenn das Tempo anhält, werden wir in naher Zukunft eine klare technologische Verschiebung sehen, die dem allgemeinen Markt zugutekommt. Viele Solid-State-Laufwerke sind bereits für weniger als 60 Euro erhältlich, arbeiten einwandfrei mit herkömmlichen Festplatten zusammen, und die neuesten Betriebssysteme aktivieren alle notwendigen Funktionen (ein gutes Beispiel ist TRIM). Doch einige Branchengrößen wie Samsung und Seagate haben begonnen, Rekorde zu brechen: zuerst mit einer 15,36-Terabyte-Einheit (für 10.000 US-Dollar erhältlich) und dann mit einem 60-Terabyte-Prototyp. Jetzt mischt ein dritter Spieler mit: Toshiba.

Toshibas 100-TB-SSD
SSD

Toshiba im Aufwind

Vielleicht ist es zu früh zu behaupten, dass Toshiba zurück ist, aber auf der Flash Memory Summit hat das Unternehmen eine Bombe platzen lassen: Solid-State-Laufwerke mit 100 Terabyte. Im Wesentlichen wäre eine solche SSD möglich, indem dreidimensionale Fertigungsverfahren mit der neuen QLC-Technologie kombiniert werden, die vier Bits pro Zelle speichern kann. Natürlich verringert die höhere Bitanzahl Geschwindigkeit und Haltbarkeit des Flash-Speichers, doch Toshiba plant, die PCI-Express-3.0-Schnittstelle zu nutzen, um sequenziell 3 GB/s beim Lesen und 1 GB/s beim Schreiben zu erreichen.

Toshibas 100-TB-SSD
Toshiba

Ausdauer und Anwendungsfälle

Was die Haltbarkeit betrifft, gab Toshiba eine Arbeitslast von „zwischen 3 und 6 Petabytes“ an, mit einer Schreiblast von 900 TB oder neun vollständigen Schreibzyklen. Einige potenzielle Kunden wie Facebook hoffen, dass die QLC-Technologie 150 Zyklen erreicht, obwohl in solchen Umgebungen auch das Konzept WORM (write-once-read-many) nützlich ist, um „kalte Daten“ zu speichern, die nur selten geändert werden.

Wie lange würde Toshiba brauchen, um eine solche SSD zu entwickeln? Quellen sprechen von sechs Monaten.

Quelle: The Register