Wir haben es bis zum Überdruss wiederholt: Die Zahl der Nutzer, die mit dem Netz verbunden sind, wird immer größer, die Nachfrage nach schnelleren Verbindungen reißt nicht ab, und die bestehende Infrastruktur ist bereits stark unter Druck. Die Situation des 5G ist weiterhin kompliziert, aber es gibt viele Menschen da draußen, die nach Wegen suchen, unsere Konnektivität zu verbessern. Die neuesten Neuigkeiten kommen von einem Team der Universität Brown, das die erste multiplexierte Übertragung mit Terahertz-Wellen durchgeführt hat. Ihre Demonstration erreichte 50 Gigabit pro Sekunde, und wir können es ehrlich gesagt kaum erwarten.
Die Gigabit-Hürde
Das berühmte „Gigabit-Internet“ bleibt für die meisten ein Traum. Ich kann mir vorstellen, dass wir diese Geschwindigkeit früher oder später alle erreichen, aber es wird nicht einfach sein. Als Google Fiber eine unbestimmte Pause beim Ausbau seines Glasfasernetzes ankündigte und Mitarbeiter entließ, platzten unsere Hoffnungen wie gehärtetes Glas. Das Ziel von Alphabet ist es, den Faktor „Fiber“ aus der Gleichung zu streichen, was bedeutet, die Einführung drahtloser Technologie zu beschleunigen. Wenn wir den allgemeinen Zustand der heutigen Netze betrachten, ist klar, dass wir etwas völlig Neues brauchen – und zwar bald. Glücklicherweise hat die Arbeit bereits begonnen.
Die Ankündigung der Universität Brown
Eine Gruppe von Forschern der Universität Brown hat letzte Woche die erste multiplexierte Datenübertragung auf Terahertz-Wellen angekündigt. Kurz gesagt: Multiplexing ermöglicht das gleichzeitige Senden mehrerer Kanäle über ein einziges Medium, und die Entwicklung einer praktikablen Methode für Terahertz-Wellen ist entscheidend, wenn wir die Vorteile dieser hohen Frequenzen nutzen wollen. Laut Professor Daniel Mittleman haben er und sein Team zwei Videosignale in Echtzeit mit einer kombinierten Geschwindigkeit von 50 Gigabit pro Sekunde (25 Gbit/s pro Kanal) mit einer akzeptablen Fehlerrate übertragen.
Nun, wie haben sie das genau gemacht? Vereinfacht gesagt verwendet ihr Multiplex- und Demultiplex-Verfahren („Mux-Demux“) zwei parallel montierte Platten, die als Wellenleiter dienen. Eine der Platten hat einen kleinen Schlitz, und wenn Terahertz-Wellen durch den Wellenleiter laufen, tritt ein Teil der Strahlung durch diesen Schlitz aus. Der Winkel, in dem die Strahlen entweichen, hängt von der Frequenz der Welle ab. Wenn man mehrere Wellen mit unterschiedlichen Frequenzen (um Interferenzen zu vermeiden) in denselben Wellenleiter einspeist, aber jede Frequenz in einem anderen Winkel durch den Schlitz austritt und so den Datenstrom trennt, ist das Mux-Demux komplett. Es bleiben noch viele Aspekte der Technologie zu verbessern, und wir dürfen auch den Albtraum der Regulierung nicht vergessen – dennoch freuen wir uns, dass es Projekte auf dem richtigen Weg gibt.