Am 1. Oktober 2026 berichtete eine Untersuchung, sie habe 51 Profile auf TikTok, Facebook und Instagram identifiziert, die Namen und Bilder realer Anwälte für angebliche Rechtsberatung nutzten. Die Angebote drehten sich meist um Einwanderung in die USA; manipulierte Videos führten Interessierte häufig zu WhatsApp.
Untersuchung meldet 51 Profile mit gefälschten Anwaltsidentitäten
Mehr als 84 Prozent der untersuchten Profile stellten sich als auf Einwanderungsfragen spezialisiert dar. 29 ordnete die Untersuchung dem Anwalt Ángel Leal zu. Beschrieben wurden Videos, die Anwälte scheinbar Aussagen zu Einwanderungsverfahren machen ließen, die sie nicht getätigt hatten. Auch Videos der Anwältin Jessica Domínguez seien verändert worden.
Bei 51 untersuchten viralen Beiträgen fehlte bei 35 ein KI-Hinweis; diese Beiträge hatten zusammen mehr als 6,3 Millionen Aufrufe. 16 Beiträge enthielten irgendeinen Hinweis auf KI, aber nur einer war von seinem Ersteller als KI-generiert gekennzeichnet. Nach Angaben der Untersuchung waren am 1. Oktober 2026 außerdem 13 der erfassten Profile nicht mehr verfügbar.
Manipulierte Videos versprachen schnelle Einwanderungsergebnisse
Ein Video versprach Menschen über 40, die seit mehr als fünf Jahren eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung in den USA hatten, Hilfe bei der Einbürgerung ohne Englischtest. Als angebliche Gebühr wurden 2.500 US-Dollar genannt. USCIS führt für eine Befreiung vom Englischtest jedoch die Regeln 50/20 und 55/15 auf: Sie gelten für Menschen ab 50 Jahren mit mindestens 20 Jahren beziehungsweise ab 55 Jahren mit mindestens 15 Jahren als dauerhaft Aufenthaltsberechtigte. Der Staatskundetest bleibt in beiden Fällen erforderlich.
Ein weiteres gefälschtes Profil verlangte angeblich 2.000 US-Dollar und behauptete, mehr als zwei Jahre Aufenthalt in den USA und keine Vorstrafen reichten für eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung. Ein offizieller Beitrag der US-Regierung wies diese Behauptung zurück.
Drei von sechs Testkontakten forderten Dokumente und Geld
In drei von sechs Testkontakten behaupteten die Antwortenden, Ángel Leal oder dessen Kanzlei zu sein. Sie verlangten Bilder von Vorder- und Rückseite eines Aufenthaltsdokuments, eine Postadresse und 600 US-Dollar für eine angebliche Dienstleistung.
Die beschriebenen Kontaktwege führten häufig von den sozialen Netzwerken zu WhatsApp. Auch Leal warnte öffentlich davor, dass Betrüger seine Identität und die anderer Einwanderungsanwälte nutzten, um Geld und Dokumente zu verlangen.
Ein separater Fall zeigt die Folgen
Victor Hernandez berichtete in einem eigenständigen Fall von einem Verlust in Höhe von insgesamt 4.800 US-Dollar. Zunächst hatte er 1.500 US-Dollar für angebliche Hilfe bei der Einbürgerung gezahlt; außerdem gab er persönliche Dokumente weiter.
USCIS erklärt, wer in den USA vertreten darf
Wer Formulare bei USCIS einreicht, kann das nach Angaben der Behörde selbst tun. Wer eine Vertretung wählt, sollte laut USCIS eine Anwältin oder einen Anwalt oder eine akkreditierte Vertretung wählen, die für eine vom US-Justizministerium anerkannte Organisation arbeitet. USCIS nennt außerdem begrenzte Ausnahmen für beaufsichtigte Personen.
Als Warnzeichen nennt USCIS unter anderem die Nachahmung von Fachleuten über soziale Medien, Versprechen schneller Vorteile und kostenpflichtige Angebote, ein Verfahren zu beschleunigen. Wer die Identität einer angeblichen Vertretung prüft, kann dafür einen unabhängig ermittelten offiziellen Kontaktweg nutzen, statt sich auf die Angaben eines verdächtigen Profils zu verlassen.